Gmünd

Erstellt am 06. April 2017, 04:20

von Karin Pollak

Rekord-Temperatur: Wärmster März seit 1951. Tagesmittel lag im Vormonat bei 7 Grad. An 19 Tagen hatte es mehr als zehn Grad. Gärtner warnen davor, dass Temperaturen wieder sinken werden.

Quelle: Wettermess-Station Gmünd; Grafik: Bischof

Der März 2017 geht in der Statistik der Wettermessstation Gmünd als „Wärmster März“ seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1951 ein. Mit einem Tagesmittel von 7,0 Grad verdrängte er den bisher führenden März 2014 (Tagesmittel 6,7 Grad) von der Spitze. 2016 lag der Wert bei 4,7 Grad.

Insgesamt gab es im Vormonat 19 Mal einen Wert von über 10 Grad plus. Am 28. und am 31. März wurde die Höchsttemperatur von 21 Grad erreicht. Im März 2016 lag diese bei plus 16 Grad – bei 14 Werten über 10, keinem einzigen über 20 Grad. Auch während der Nacht war es nicht extrem kalt. Bei minus drei Grad lag die Tiefsttemperatur, in 21 Nächten gab es keinen Frost. Im März 2016 sank die Quecksilbersäule auf minus vier Grad (zwölf frostfreie Nächte).

Trotz der hohen Temperaturen war die Sonne oft durch Nebel und Wolken verdeckt. 149,75 Sonnenstunden wurden verzeichnet (März 2016: 159 Stunden). Heuer gab es gegenüber dem März 2016 auch mehr Niederschlag. Insgesamt regnete es 43,4 Millimeter. Ein Jahr dafür gab es 32 mm Niederschlag, davon fünf Zentimeter Schnee.

Amphibien-Wanderung startete deutlich früher

In der Landwirtschaft macht das Wetter (noch) keine Probleme. „Der warme März hat keine großartigen Auswirkungen, da tut das Niederschlagsdefizit der Vegetation mehr weh“, meint Bauernkammerobmann Markus Wandl. Biologe Axel Schmidt aus Unserfrau berichtet sehr wohl über Auswirkungen der warmen März-Temperaturen: „Um rund zwei Wochen früher als in den letzten Jahren begann heuer die Amphibien-Wanderung.“ Großteils seien aber die Krötenzäune zeitgerecht errichtet gewesen.

Für viele Hobbygärtner wurde die Gartensaison bereits eröffnet. Salat und Radischen wachsen bereits in den Frühbeeten, auch die Samen von Petersilie und Karotten können schon in die Beete gebracht werden. „Es gibt auch schon Anfragen nach Gurken oder Tomaten. Diese müssen aber noch in ein beheiztes Glashaus, denn so warm bleibt es bestimmt nicht“, betont Gabi Berger aus Ullrichs. Daher sollte man sich bei den Balkonpflanzen etwas zurückhalten.

„Vor Ostern richten viele ihre Gräber frühlingshaft her. Auch hier sollten frostfeste Blumen verwendet werden“, rät Berger: „Die Natur ist einfach ein Wunder – man muss sich aber noch etwas Zeit lassen, sonst erlebt man anstatt der Freude leider eine Enttäuschung.“