Erstellt am 22. Juni 2016, 07:10

von Markus Lohninger

Neue Wege in die Disco?. Discobus-Vertrag soll wegen rapide zurückgehender Fahrgastzahlen per Ende September gekündigt werden. Suche nach effizienteren Alternativen läuft.

 |  NOEN, Timon Wimmer

Zum Start des Jahres 2014 waren die Gemeinden Gmünd, Schrems, Großdietmanns und Hoheneich mit dem Discobus neu durchgestartet – war damals Dr. Richard nach dem Ausstieg von ÖBB-Postbus als neuer Partner eingesprungen, so soll nun die Zusammenarbeit seitens der Gemeinden aufgekündigt werden.

Vertragspartner für die Gemeinden ist die Stadt Gmünd. Deren Stadtrat für Familie und Freizeit, Jürgen Trsek (ÖVP), will der Entscheidung des Gmünder Gemeinderates beim dementsprechenden Tagesordnungspunkt der Sitzung am 23. Juni nicht vorgreifen. Trsek verweist auf NÖN-Nachfrage aber auf rapide gesunkene Nutzung des Angebotes in den vergangenen Jahren – 2013 sind ihm zufolge noch an die 2.100 Jugendliche sicher freitags mit dem Bus von und zur „Eve-Bar“ in Vitis befördert worden, 2014 waren es nur noch 1.300.

„Es ist uns ein Anliegen, dass junge Leute
auch weiterhin sicher in die Disco und retour kommen.“
Jürgen Trsek will das Geld für Jugendliche besser einsetzen

Als Draufgabe habe die Disco damals auch ihre Beteiligung an den Kosten eingestellt. 2015 sank die Nutzung weiter auf 800 beförderte Personen, Tendenz laut Trsek: weiter fallend! Bei Gesamtkosten von 18.000 Euro pro Jahr kommt somit inzwischen jede einzelne Fahrt auf mehr als 20 Euro – maximal 3,50 Euro davon zahlt der Fahrgast, der Rest bleibt den Gemeinden. Und die sind, so Trsek, damit erwartungsgemäß mehrheitlich unglücklich.

Der Discobus in der bisher bekannten Form dürfte also nach Ablauf der dreimonatigen Kündigungsfrist der Vergangenheit angehören. „Es ist uns aber ein Anliegen, dass junge Leute auch weiterhin sicher in die Disco und retour kommen und nicht jeder im eigenen Auto fahren muss“, stellt Jürgen Trsek klar: Ziel sei es, das Geld effizienter einzusetzen.

Neues Ziel? Neue Route? „Jugendtaxi“ statt Bus?

Daher sollen in den nächsten Wochen im Dialog mit Jugendlichen aus den Gemeinden etliche Fragen zum Thema besprochen werden: Ist Vitis noch das richtige Ziel? Soll die Runde von den neun angefahrenen Stationen zwischen Hörmanns und Langschwarza ausgedehnt werden? Gibt es bessere Uhrzeiten? Auch die Ausgabe von Gutscheinen für zeitlich und räumlich flexiblere „Jugendtaxis“ nach burgenländischem Vorbild soll diskutiert werden. Starten soll das neue Angebot im Herbst.