Erstellt am 08. April 2016, 06:34

von Markus Lohninger

Schutz vor Hochwasser schafft Optionen. Hochwasserschutz entlang Lainsitz kommt heuer in Zentrumsnähe an – mit bis zu zwei Meter hohen Mauern! Das schafft auch Gestaltungs-Möglichkeiten.

Die Mündung der Braunau (links) in die Lainsitz wird vom Mühlgassen-Parkplatz nahe des Stadtplatzes nächstes Jahr wohl nicht mehr direkt einsehbar sein. Wie hoch der Hochwasserschutz werden muss und wie dieser Bereich dann gestaltet wird, das soll vor dem Sommer geklärt werden.  |  NOEN, Markus Lohninger
Unweit des historischen Stadtplatzes steht der Bezirkshauptstadt Gmünd noch heuer eine massive Veränderung des Ortsbildes bevor: Im Zuge der seit Jahren vorangetriebenen Hochwasserschutz-Maßnahmen nimmt sich die Stadtgemeinde jetzt den zentrumsnahen Bereich entlang der Lainsitz vor. Die Passage zwischen Bodenstorfer Mühle und der Mündung mit der Braunau bei Grillenstein dürfte dabei an beiden Uferseiten mit stellenweise bis zu zwei Meter hohen Mauern ausgestattet werden.

Davon betroffen ist auch das Areal rund um den Mühlgassen-Parkplatz, wo das für die Stadt namensgebende „Gemünde“ der zwei Gewässer liegt. Wie die Schutzmaßnahmen konkret aussehen werden, das sollen, wie Bauamts-Leiter Franz Höllrigl sagt, ab Mitte April umfangreiche Bohrungen für Bodenproben entlang der Lainsitz zeigen. Muss aber beim Parkplatz eine eineinhalb bis zwei Meter hohe Mauer aufgezogen werden, dann wird von hier aus der Blick ausgerechnet auf die Flussmündung künftig nicht mehr möglich sein.

Künftig neue Blicke vom Mühlgassen-Parkplatz

Was Naturfreunde auf den ersten Blick verstören könnte, das birgt auch neue Möglichkeiten: Der flussnahe Bereich um den Mühlgassen-Parkplatz, wo viele Gäste erstmals Gmünder Boden betreten, könnte neu gestaltet werden. Im Raum stehen Ideen von Panzerglas-Einsätzen in der Mauer zum Einsehen des Mündungsbereiches bis zur Aufschüttung eines Hügels zur Mauer inklusive Installation eines Steges über die Lainsitz.

„Wir können uns aber nur nach der Decke strecken“, betont Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP): „Die Sicherheit hat Vorrang, erst danach können wir uns über eine eventuelle Verschönerung Gedanken machen.“ Wie dazu der Entscheidungsfindungs-Prozess laufen wird, das soll in nächster Zeit geklärt werden.

Für den gesamten Abschnitt soll jedenfalls die Analyse von Bodenproben aus mehr als einem Dutzend Bohrpunkten zeigen, wo überhaupt welche Maßnahmen notwendig sind. Dann wird auch abschätzbar sein, wie teuer die auf jeden Fall im hohen sechsstelligen Bereich angesiedelte Investition ausfallen wird – die Stadtgemeinde muss dazu 20 Prozent beisteuern (den Rest teilen sich Bund und Land). Zu berücksichtigen ist, dass im Erdreich entlang der Lainsitz gigantische Leitungs- und Kabel-Stränge ruhen – auch jene der Verbandskläranlage, Wasser-, Druck-, Hoch- und Niederspannungsleitungen sowie Daten- und Telekom-Leitungen.

Der Start für die Arbeiten könnte noch im Sommer in Angriff genommen werden, der Abschluss ist für 2017 geplant.

Bereits zuvor muss in nächster Zeit unterhalb der Felsenwehr in Richtung Braunau-Mündung wieder ein Bagger im Flussbett eingesetzt werden: Tonnenweise lagert sich in diesem flachen Stück angeschwemmtes Treibgut – vor allem Sand und Holz – ab, das alle paar Jahre ausgebaggert werden muss.