Gmünd

Erstellt am 03. August 2016, 06:21

von Markus Lohninger

Sole-Felsen-Bad: Wechsel an der Spitze. Peter Gooss nach zehn Jahren als Geschäftsführer in Bad und Hotel abgesetzt. Neue Führung soll im Oktober kommen.

Peter Gooss hält sich seine Zukunft in Gmünd offen, wurde aber in der Generalversammlung von der Geschäftsführung im Sole-Felsen-Bad-Komplex entbunden.  |  NOEN, M. Lohninger/Archiv

Paukenschlag kurz vor dem zehnten Geburtstag des Sole-Felsen-Bades in Gmünd: Mehrheits-Eigentümer Marcus Steinhart bestätigt auf NÖN-Nachfrage Gerüchte, wonach Peter Gooss vor wenigen Tagen als Geschäftsführer für Bad, Hotel und die G1-Bädergruppe abgesetzt worden sei.

„Das stimmt, Peter Gooss ist nicht mehr Geschäftsführer“, sagt Steinhart am Telefon, und argumentiert den Schritt primär mit gesundheitlichen Gründen. Die Entscheidung sei in der Generalversammlung getroffen und bereits im Firmenbuch angemeldet worden. Gesundheitliche Probleme nennt auch Peter Gooss gegenüber der NÖN als Anlass für seine Abwesenheit in Gmünd – wo er bisher operativ, aber auch als regelmäßiger Gast der Wohlfühlwelt zum Gesicht des Solebades geworden war. Beide sprechen auch Auffassungs-Unterschiede an.

Definitiv zu Ende ist die Zeit am Ufer des Aßangteiches zumindest aus Sicht von Gooss noch nicht: „Gesundheit geht vor. Meine Zukunft in Gmünd ist aber offen.“ Er ist auch als Miteigentümer an den genannten Gesellschaften beteiligt.

Gmünd für Gooss als „Lebenswerk und Baby“

Führerlos ist der Betrieb aktuell nicht – auch Marcus Steinhart ist als Gesellschafter bei G1, Bad und Hotel eingetragen. Zudem soll mit Oktober laut Steinhart ein eigener, von außen ausschließlich für den Standort Gmünd geholter Geschäftsführer installiert werden.

Hinsichtlich angedachter weiterer Ausbaustufen hält er sich noch bedeckt: „Es gibt viele Ideen, die aber erst in Abstimmung mit der Gemeindeführung geprüft werden müssen.“ Für heuer sei in der Sache jedenfalls nichts mehr zu erwarten.

Peter Gooss habe sich um Gmünd große Verdienste erworben, betont Marcus Steinhart. Ab 2005 hatte der Mittelfranke maßgeblich am Aufbau des Bades mitgewirkt, das danach alle Besucher-Prognosen übertroffen hatte und sukzessive erweitert werden musste.

„Wir können Bäder betreiben, aber keine Hotels“, hatte Gooss noch vor der Eröffnung des Bades gesagt – 2010 stand dann doch auch das Hotel. Dieses erreichte binnen sechs Jahren eine Auslastung von 64 Prozent, liegt heuer bereits wieder um 3.000 Nächtigungen über dem Vergleichs-Zeitraum in 2015. Zugleich wurde der Wandel Gmünds zur Tourismusstadt – deren Nächtigungszahl sich zwischen 2010 und 2015 auf 71.000 verdreifachte! – endgültig vollzogen.

Gooss’ letzter großer Meilenstein in dem, was der Träger der Goldenen Ehrennadel der Stadt Gmünd sein „Baby und Lebenswerk“ nennt, war Ende 2015 die Eröffnung des beliebten Wintergartens als A-la-Carte-Restaurant.