Großschönau

Erstellt am 28. August 2016, 05:00

von Markus Lohninger

„Meilenstein für Zukunft“. Großschönau errichtet Tagesbetreuungs-Einrichtung für alle Altersgruppen unter 16. Großteil der mit 300.000 Euro geschätzten Kosten wird gefördert.

 |  M. Lohninger

Nach Reingers im Vorjahr macht nun auch die Marktgemeinde Großschönau in Sachen Nachmittags-Betreuung einen kräftigen Schritt in die Zukunft: Am 19. August fällte der Gemeinderat einstimmig den Grundsatzbeschluss für die Einrichtung einer eigenen Tagesbetreuungs-Einrichtung.

Dazu erhält der Kindergarten eine Erweiterung um ein Gebäude, das mit einem separaten Eingang vom Parkplatz und auch per Direktverbindung vom Kindergarten erreichbar ist und Kosten in der Höhe von etwa 300.000 Euro aufwerfen wird.

Bruckner: "Bedarf wird größer"

Dafür wird auf einen Schlag Ganztages-Betreuung für Kleinkinder, Kindergarten-, Volks- und auch Mittelschulkinder bis zum 16. Lebensjahr durch eigenes Personal der Marktgemeinde ermöglicht, wobei gemäß den Förderrichtlinien gewisse Öffnungszeiten fix vorgegeben sind. Und das Fördergeld fließt für dieses Projekt im Zuge einer bundesweiten Betreuungsoffensive (noch) reichlich: Die ersten 155.000 Euro für die Errichtung übernimmt zur Gänze der Bund, zum Rest werden immerhin noch 25 Prozent beigesteuert.

„Wirklich großer Bedarf ist noch nicht spürbar. Aber es gibt ihn, und er wird größer“, sagt dazu Bürgermeister Martin Bruckner (ÖVP). Da zudem das Zeitfenster für die zu hundert Prozent geförderten ersten 155.000 Euro nun zugehe, habe man sich trotz der schwierigen Grundvoraussetzungen durch den kostenintensiven Rad- und Fußwegebau jetzt für den Schritt entschieden.

Berufstätige Mütter haben künftig die Wahl

Für das Gebäude muss hinter dem Kindergarten einiger Granit abgesprengt werden. Es erhält unter anderem Bewegungsraum, Ruhebereich, Besprechungszimmer und Sanitärräume, eine Photovoltaik-Anlage am Dach soll den Strombedarf des Hauses und auch des Kindergartens decken. Es könnte künftig für Ferienprogramme genauso wie im Bedarfsfall für eine dritte Gruppe im Kindergarten verwendet werden.

Bürgermeister Bruckner sieht das Projekt auch angesichts der sich verändernden Gesellschaft als „Meilenstein für die Zukunft“. Aufgrund geänderter Arbeitsbedingungen und -gewohnheiten von Frauen würden die Zeiten von der Geburt bis zur Rückkehr in den Job kürzer, gibt Bruckner zu bedenken. Und: „Die Familienstrukturen ändern sich. Es ist heute nicht mehr so leicht wie früher möglich, beim Aufpassen auf den Nachwuchs auf die Oma oder Tante zurückzugreifen.“ Denkbar, aber noch nicht angesprochen, sei eine Kooperation mit umliegenden Gemeinden.

Die Planung des Gebäudes vergab der Gemeinderat am Donnerstag, eine gewerksweise gemäß Qualitätsvorgaben vorgesehene Ausschreibung soll der regionalen Wirtschaft und auch der Marktgemeinde als künftige Betreiberin der Einrichtung zugute kommen. Die Arbeitsvergaben sollen jedenfalls noch vor Weihnachten und der Baustart bereits vor dem Frühling 2017 erfolgen – damit der Betrieb im September 2017 beginnen kann.