Erstellt am 17. Februar 2016, 06:34

von Jutta Hahslinger

Vor Augen der Polizei Beweismittel vertilgt. Wütend über Hausdurchsuchung attackierte Waldviertlerin (17) zwei Polizisten und verschluckte beschlagnahmtes Cannabiskraut.

 |  NOEN, Symbolbild

Im Zuge von Drogenermittlungen fand auch im Elternhaus einer verdächtigen 17-Jährigen in einer Großschönauer Katastralgemeinde eine Hausdurchsuchung statt. Die Polizei wurde fündig, stellte 0,4 Gramm Cannabiskraut sicher.

Das beschlagnahmte Rauschgift wurde fotografiert und auf einem Tisch zum Abtransport deponiert, als die ahnungslose Großmutter des Teenagers in die Durchsuchung platzte und durch das für sie verstörende Geschehen in Ohnmacht fiel. Während sich die Beamten um die zu Boden gestürzte Waldviertlerin kümmerten, nutzte der Teenager das Chaos, um in einem unbeobachteten Moment das beschlagnahmte Suchtgift zu verschlucken.

Mit der Schluckaktion hat der Teenager das Beweismittel für ein Strafverfahren vernichtet. Damit aber noch nicht genug: Die 17-Jährige zeigte ihren Unmut über die Hausdurchsuchung, indem sie die Beamten bespuckte, beschimpfte, mit Gläsern bewarf, und sie schließlich sogar mit Schlägen und Tritten attackierte.

„Ich war wütend, und dann sind mir die Nerven durchgegangen“, gestand die 17-Jährige vor Gericht und gab ihr ungebührliches Verhalten unumwunden zu. Der Teenager wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Vernichtung eines Beweismittels zu fünf Monaten bedingt verurteilt. Weiters ordnete Richter Gerhard Wittmann Bewährungshilfe an.