Erstellt am 23. Oktober 2015, 20:11

von Markus Lohninger

Gyn: Gmünder Bezirks-SPÖ distanziert sich. Kritik an Schließung der Waidhofener Gynäkoloie 2016 hagelt es nun im Bezirk Gmünd - aus den eigenen Reihen der Parteien, die dem Aus zustimmten.

 |  NOEN, NÖN
Die selbst von den Waldviertler ÖVP- und SPÖ-Mandataren im Landtag am 22. Oktober durchgeboxte Entscheidung zur Schließung der Gyn- und Geburtenabteilung am Landesklinikum Waidhofen zur Jahresmitte 2016 stößt im Bezirk Gmünd – dessen nördliche Gemeinden am schwersten von der Schließung betroffen sein werden – auf heftige Kritik.

Trio mit gemeinsamer Stellungnahme

So distanzieren nach der Abstimmung drei führende SPÖ-Politiker klar von der Entscheidung ihrer Kollegen im Landtag. Das schreiben Nationalrats-Abgeordneter Konrad Antoni, Bezirksfrauenvorsitzende Alexandra Weber und die Gmünder Klubsprecherin Beatrix Vischer-Simon in einer gemeinsamen Stellungnahme vom 23. Oktober:

„Nach der Schließung der Gynäkologie und Geburtenstation in Gmünd wurde den Waldviertler Frauen alternativ eine gute Versorgung in Waidhofen/Thaya versprochen. Lange hat dieses Versprechen offensichtlich nicht gehalten, denn wenige Jahre später will man nun auch diese Station schließen, um einen weiteren Schritt in Richtung Zentralisierung zu machen. Wo wird das hinführen? Werden die Waldviertlerinnen in einigen Jahren in St. Pölten entbinden bzw. gynäkologische Indikationen dort behandeln lassen? Das ist unzumutbar!
Wir wollen nicht zulassen, dass unser Waldviertel weiter ausgehungert wird und so gerade für junge Menschen immer unattraktiver wird, sich hier anzusiedeln. Ein Teufelskreis, in den wir uns immer weiter hineinbewegen. Natürlich sehen wir auch den dringenden Bedarf einer Kinder- und Jugendpsychiatrie in Waidhofen/Thaya, jedoch nicht auf Kosten einer anderen, hochprofessionellen Station, sondern als zusätzliches notwendiges Angebot.
Wir distanzieren uns daher offiziell von dieser Entscheidung im Landtag, wo ÖVP und SPÖ gemeinsam für eine Schließung gestimmt haben. Diese ist für uns nicht nachvollziehbar und wir werden uns im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterhin für die Erhaltung dieser Station und für qualitativ hohe, medizinische Versorgung für die Menschen in unserer Region einsetzen.“

Mehr dazu in der nächsten Gmünder NÖN ab 29. Oktober!

NÖN.at hatte zum Thema berichtet: