Erstellt am 15. Oktober 2015, 06:07

von Markus Lohninger und René Denk

"Wer sich nicht wehrt, wird nicht gehört". Gemeindevertreterverband der ÖVP ruft zum Widerstand auf. Initiative sieht Gmünd am stärksten im Nachteil.

Margit Göll ermuntert ihre Kollegen dazu, sich der Resolution gegen die Gyn-Pläne anzuschließen.  |  NOEN, Markus Lohninger

Die Schließung der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Waidhofner Krankenhaus bleibt auch im Bezirk Gmünd zentrales Thema: Der Widerstand selbst aus den Reihen der ÖVP, in deren Verantwortung die Landeskliniken liegen, hält auch zwei Wochen nach Bestätigung des NÖN-Exklusivberichtes an.

Nachdem die Vitiser ÖVP-Bürgermeisterin Annette Töpfl ihre Amtskollegen im Bezirk Waidhofen via Facebook zu Resolutionen in ihren Gemeinderäten gegen die Schließung aufgerufen hatte,  empfiehlt mit  der Harbacher Bürgermeisterin Margit Göll auch die VP-Obfrau im Gemeindevertreterverband für den Bezirk Gmünd ihren Kollegen, sich an der Resolution zu beteiligen. „Wer sich nicht wehrt, der wird nicht gehört. Wir sollten Zeichen dafür setzen, dass man dem Waldviertel nicht alles entziehen kann“, sagt sie zur NÖN: „Wir können in kleinen Gemeinden noch so strampeln – das bringt nichts, wenn solche Schritte gesetzt werden.“

Sie verweist auf die Proteste vor viereinhalb Jahren gegen das Ende der Mammografie-Untersuchungen am Klinikum Gmünd, die unter anderem nach einer Unterschriften-Aktion mit mehr als 12.000 Unterzeichnern erfolgreich waren.

Margit Göll: Jetzt geht es um mehr

Jetzt gehe es um noch mehr, so Göll: „Es geht um die Verantwortung gegenüber zwei Lebewesen. Weite Wege erhöhen die Sorge im Fall von Komplikationen und reduzieren die Wahrscheinlichkeit, dass sich junge Familien in den betroffenen Gebieten niederlassen und Kinder zur Welt bringen wollen.“

Das Thema sei nicht nur für den Norden relevant, betont die Harbacher Bürgermeisterin: Ihr geht es um die Wahlfreiheit für Menschen, „viele fahren auch aus dem Süden wegen der guten Fachärzte nach Waidhofen.“

Initiative: Im Bezirk 14.600 Betroffene!

Die Initiative zur Erhaltung der „Gyn“ zählt in den Gemeinden Amaliendorf-Aalfang, Großpertholz, Brand-Nagelberg, Eggern, Eisgarn, Haugschlag, Heidenreichstein, Litschau, Harbach, Reingers und Unserfrau-Altweitra 14.600 Personen, die künftig über der 45-Minuten-Anfahrtsgrenze zur Abteilung liegen (fast doppelt so viele wie im Bezirk Waidhofen). Das Planungstool „NÖGIPS“ der Landesklinikenholding sieht aber nur die Gemeinde Haugschlag, nördliche Teile der Gemeinden Litschau und Reingers außerhalb der Grenze liegen.