Moorbad Harbach

Erstellt am 17. Mai 2017, 05:59

von Karin Pollak

Miese Aktion: Feuerwehrauto war manipuliert. Harbacher Floriani blieben am Weg zum Einsatz liegen. Schrauben aus Kardanwelle waren entfernt.

Die brennenden Fahrzeuge wurden von einem Atemschutztrupp der Feuerwehr Wultschau, unter Zuhilfenahme einer Hochdrucklöschanlage, gelöscht. Mittels Wärmebildkamera der Feuerwehr Weitra wurden danach die Kontrollen durchgeführt. Die Harbacher Wehr war durch einen Vandalenakt am Einsatzfahrzeug nur eingeschränkt einsatzbereit.  |  Feuerwehr Wultschau

Ein unglaublicher Fall von Vandalismus hätte einen Einsatz der Feuerwehr Moorbad Harbach in den Morgenstunden des 12. Mai mit zwei lichterloh brennenden Fahrzeugen beinahe zum Fiasko werden lassen.

Bereits 200 Meter nach der Wegfahrt des Löschfahrzeuges, in dem sich Kommandant Günter Miedler und fünf Kameraden befanden, war die Fahrt schon wieder zu Ende. „Es machte einen lauten Schnalzer und das Auto stand. Zum Glück konnten wir die Kurve, in der sich der Zwischenfall ereignete, nur langsam nehmen. Das hätte sonst schlimmer für uns ausgehen können“, sagt der fassungslose Feuerwehrmann gegenüber der NÖN.

Rasch stellte sich heraus, dass am Löschfahrzeug manipuliert worden war: Vier Schrauben der Kardanwelle waren entfernt bzw. gelockert, dadurch wurde der Defekt schon nach wenigen Metern Fahrt ausgelöst.

„Wären wir nicht zum Brand gerufen worden, hätte man das Auto gestohlen. Wir hatten großes Glück, dass kein Unfall passiert ist.“
Feuerwehr-Kommandant Günter Miedler ist fassungslos

„Wir haben das sofort der Polizei gemeldet und einen Mechaniker angefordert, der das Einsatzfahrzeug provisorisch repariert hat, damit wir es von der Straße bringen konnten“, so Miedler. Erst 14 Tage zuvor war das Fahrzeug für ein neues „Pickerl“ überprüft worden, in den Tagen vor dem Einsatz war es vor dem Feuerwehrhaus gestanden, das gerade saniert wird und daher eingerüstet ist.

Das Fahrzeug war vermutlich für einen späteren Diebstahl vorbereitet worden – erst durch die Manipulation an der Kardanwelle wäre ein Abschleppen des allradbetriebenen Fahrzeuges überhaupt möglich gewesen. „Wären wir nicht zum Brand gerufen worden, hätte man das Auto gestohlen“, sagt Miedler. Jetzt wird auf die bestellten Ersatzteile gewartet, damit es repariert werden kann – das Auto ist bis dahin an einem sicheren Platz abgestellt.

Zu Ende war der Brandeinsatz der Harbacher Wehr durch die Folgen der Manipulation am Fahrzeug noch nicht – die Kameraden stiegen in ihr Kleinlöschfahrzeug um und halfen beim Autobrand in Harbach, wo in den Morgenstunden des 12. Mai zwei Fahrzeuge einer Familie komplett ausbrannten.

Ein 19-jähriger Harbacher war dabei mit seinem Pkw gegen 6.10 Uhr von Weitra zu seinem Elternhaus in Harbach gefahren. Als er das Haus erreicht hatte, wollte er den Motor abstellen. Dabei bemerkte der Mann die Flammen, die aus dem Motorraum loderten, schaltete sofort den Motor ab und verließ das Auto. Seine Mutter verständigte sofort die Feuerwehr – eine richtige Entscheidung, denn die Flammen griffen sofort auf das Heck ihres Autos, das vor dem Wagen ihres Sohnes geparkt war, über. Die 42 Feuerwehrmitglieder von Wultschau, Lauterbach und Harbach, die auf ihr Kleinlöschfahrzeug umgestiegen sind und daher etwas später am Einsatzort eingetroffen sind, konnten den Brand rasch löschen. Trotzdem entstand an beiden Autos ein Totalschaden.

Der Bezirksbrandermittler der Polizei stellte fest, dass ein technischer Defekt die Ursache des Brandes war. Beide kaputten Autos verfügen laut Polizeiaussendung über eine Vollkaskoversicherung, die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.