Heidenreichstein

Erstellt am 14. Juni 2017, 05:00

von Jutta Hahslinger

Hundehalterin sollte Schweigegeld zahlen. Während Ex-Polizist von „doofer Formulierung“ spricht, sieht Richterin eine versuchte Erpressung und verdonnert ihn zu Geldstrafe.

Für etwas Bares hätte ein Ex-Polizist gern sein Hunde-Erlebnis vergessen – stattdessen setzte es eine Geldstrafe.   |  www.shutterstock.com/denis pepin

„Ich war in Heidenreichstein spazieren und sah in einem Garten ein Trampolin stehen. Interessiert schaute ich hinein, als plötzlich was außahupfte und meine Jacke zerriss“, schildert ein ehemaliger Polizist (40) aus dem Bezirk Gmünd die unfreiwillige Begegnung mit einem Hund. Er habe befürchtet, der Vierbeiner würde über den Zaun springen und deshalb habe er das Weite gesucht.

Zuvor habe er von einer Nachbarin noch die Kontaktdaten der Hundebesitzerin ermittelt, um Schadenersatz zu verlangen. 70 Euro zahlte die Hundehalterin und glaubte, den Schadensfall damit erledigt. Weit gefehlt – den ehemaligen Polizisten beschlich nach dem Vorfall ein „unangenehmes, erstarrendes Gefühl“ beim Anblick eines Vierbeiners. „Ich liebe Hunde und plötzlich hatte ich Angst vor ihnen“, schildert er.

"Ja, es war doof geschrieben"

Er habe sich Gedanken gemacht und in dem Vierbeiner eine potenzielle Gefahr für andere gesehen. Dies habe er der Hundebesitzerin mitgeteilt, beteuert der Beschuldigte. Die Richterin sah in der Formulierung seiner Bedenken aber den Versuch einer Gelderpressung: Der Waldviertler hatte von der Hundehalterin 150 € Schweigegeld gefordert, sonst würde er die Behörden (Anzeige bei Polizei und Bezirkshauptmannschaft) einschalten.

„Ja, es war doof geschrieben“, räumt er ein und spricht plötzlich von einer Schmerzensgeldforderung. „Dann hätten Sie das auch so formulieren müssen“, sagt die Richterin. Sie verhängt eine teilbedingte Geldstrafe: 1920 e, davon muss er 480 e zahlen (nicht rechtskräftig).