Erstellt am 15. Oktober 2015, 05:07

von Thomas Weikertschläger

Pichler: 100.000 Euro durch Flüchtlinge. Heidenreichsteins Altbürgermeister sieht in der Aufnahme von Flüchtlingen positive Aspekte für die Region.

Hans Pichler sieht in der Aufnahme von Flüchtlingen positive Aspekte für die Gemeinden der Region.  |  NOEN, Markus Lohninger

In die aktuelle Flüchtlingsdebatte bringt sich nun auch der Heidenreichsteiner Altbürgermeister Hans Pichler (SPÖ) ein. Warum er das tut? „Ich kann diese Angstmacherei, geschürt durch politische Funktionäre einer allseits bekannten Partei, nicht mehr hören“, so Pichler. Dieser Partei gehe es darum, „unsere humane Gesellschaft zu destabilisieren. Darin sehe ich eine große Gefahr für den sozialen Frieden in Österreich.“

Pichler: „Bemühungen um Frieden verstärken“

Er appelliert hingegen daran, in der Aufnahme von Flüchtlingen eine Chance für unsere Region zu sehen. Neben einem Stopp der Abwanderung, der etwaige Schließungen von Kindergärten und Schulen in der Region verhindern könnte und kulturellem Austausch, der sich positiv auf die Gesellschaft auswirken könnte, nennt Pichler auch einen finanziellen Aspekt.

„Wenn die Bevölkerung wächst, erhalten die Gemeinden höhere Ertragsanteile.“ Im Budget 2015 erhält die Gemeinde für jeden Bürger rund 760 Euro an Ertragsanteilen. „Es müssen immer weniger Bewohner immer mehr für die Erhaltung der Infrastruktur in den Gemeinden zahlen. Beim derzeitigen Stand von rund 130 Flüchtlingen würden sich aus den Ertragsanteilen knapp 100.000 Euro pro Jahr mehr für Heidenreichstein ergeben“, so Pichler.

Außerdem fordert er, dass die internationale Gemeinschaft die Bemühungen um Frieden in der Herkunftsregion der Flüchtlinge verstärkt: „Das ist überfällig. Auch die UNO hat schon lange Handlungsbedarf. Aber vielleicht ist es durch die Wirtschaftsmächte USA und Russland gewollt, dass Europa durch die Flüchtlingsproblematik wirtschaftlich geschwächt wird.“ Unumgänglich sei es, Bildungseinrichtungen in diesen Ländern verstärkt zu unterstützen.