Heidenreichstein , Schrems

Erstellt am 26. April 2017, 05:22

von Markus Lohninger

Hilfsaktion gegen Hungersnot. Notstand infolge extremer Hitze & Dürre in großen Teilen Ostafrikas ausgebrochen. Heidenreichsteiner Verein sammelt – und warnt vor neuer Flüchtlingswelle.

Viele ostafrikanische Länder leiden unter Dürre.  |  NOEN, Shutterstock

Tiere verenden, Ernten werden vernichtet. Mehr als 20 Millionen Menschen sind nach UN-Schätzungen in den ostafrikanischen Ländern Äthiopien, Südsudan, Kenia, Somalia und Uganda vom Hungertod bedroht, nachdem das Wetterphänomen El Nino die letzte Regenzeit zur Dürre werden ließ. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller verdreifachte die Hilfsmittel auf 300 Millionen Euro und polterte über internationales Wegschauen: „Es ist eine Schande, wie die Weltgemeinschaft mit ansieht, wie hier gestorben und gelitten wird.“

Mitglieder und Vorstand des Vereines „Wir für Kinder“ bei der Hauptversammlung.  |  NOEN, privat

Nicht wegschauen will der Sozialverein „Wir für Kinder“ um den Heidenreichsteiner Alt-Bürgermeister Hans Pichler, der seit dem Jahr 2014 das Bildungsprojekt „Bambakids“ in Kenia betreibt: Pichler rief bei der Jahreshauptversammlung am 22. April im Gea-Hotel Post in Schrems die Aktion „Bambahilfe“ aus.

Vertrauensleute vor Ort kaufen Lebensmittel an

Spendengelder fließen in das von der Hungerkatastrophe betroffene Projektgebiet Bamba und Vitengeni im Landesinneren Kenias, für das die Regierung bereits den Notstand ausgesprochen hat. Die örtliche Sozialarbeiterin des Vereines und der Pastor, der für das mit Vereinshilfe erbaute Dorfzentrum Dzikunze (die NÖN berichtete) verantwortlich ist, werden um das Geld Lebensmittel ankaufen und an die im Projektgebiet lebende Bevölkerung verteilen.

„Damit die Betroffenen nicht gezwungen sind aus ihrer Heimat abzuwandern, ist die Lieferung von Hilfsgütern unumgänglich“, mahnt Pichler und bittet um Unterstützung der Hilfsaktion (Projektkonto „Bambahilfe“, Volksbank NÖ: IBAN AT59 4715 0449 3417 0000).

An sich berichtete Obmann Pichler am Samstag über eine positive Entwicklung des Sozialvereins. Demnach gibt es derzeit für alle 32 Kinder und Jugendlichen im Projekt „Bambakids“ Pateneltern in Österreich. „Nur durch die finanzielle Hilfe dieser sozial engagierten Mitbürger können diese in diversen Schulen und Internaten untergebracht werden“, sagte Pichler.

Schulumlage acht mal höher als 2014

Acht besuchen bereits die Secondary- (Haupt-) bzw. Highschool (Gymnasium). Die Schulumlage für alle Jugendlichen beträgt 2017 etwa 5.000 Euro, fast achtmal mehr als anno 2014 – Tendenz steigend. 2018 rücken nämlich noch zwei Kids in Secondary- bzw. Highschool auf. Daher sollen die Beiträge für Pateneltern angehoben und Benefiz-Veranstaltungen organisiert werden, zugleich werden weitere Pateneltern und Projekt-Mitglieder gesucht.

Das Dorfzentrum in Dzikunze, in das insgesamt etwa 15.000 Euro flossen, wird indes laut Pichler bereits rege für Zusammenkünfte der Bevölkerung und christliche Gottesdienste genützt. Die neue Photovoltaikanlage liefert Strom und die eingeleitete öffentliche Wasserleitung liefert der Bevölkerung Trinkwasser – zumindest noch.