Erstellt am 30. Januar 2016, 05:53

von Thomas Weikertschläger

Thaures: Ozon-Hotspot. Heißer Sommer brachte ungewöhnlich hohe Ozon-Werte. An 41 Tagen wurde Informationsschwelle überschritten – Werte stellen aber keine Gefahr dar.

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Die Hitze des Rekordsommers 2015 brachte auch im Waldviertel ungewöhnlich hohe Ozon-Belastungen mit sich. An der Messstation in Thaures (Gemeinde Heidenreichstein) wurden im Vorjahr laut Umweltbundesamt an 41 Tagen erhöhte Werte beim 8-Stunden-Mittelwert und an fünf Tagen auch beim 1-Stunden-Mittelwert gemessen.

Elisabeth Scheicher vom Referat Luftgüteüberwachung der NÖ Landesregierung erklärt, dass das „Ozonproblem ein Sommerproblem“ sei, das sich auf die Monate Juni bis September konzentriere. Das Waldviertel sei aufgrund seiner klimatischen Bedingungen allerdings kein „Ozon-Hotspot“, daher seien die Messergebnisse überraschend. Wirklich gefährlich seien sie aber nicht: „Die Werte geben eine sogenannte Informationsschwelle an. Daher wurde die Bevölkerung auch informiert, dass man ungewohnte oder intensive Tätigkeiten im Freien vermeiden soll.“ Sie appelliert dabei an den Hausverstand: „Dass man um drei Uhr nachmittags bei 35 Grad nicht joggen gehen soll, sollte ja ohnehin klar sein.“

Keinesfalls als „Heidenreichsteiner Problem“ möchte diese Messergebnisse Bürgermeister Gerhard Kirchmaier (SPÖ) verstanden wissen. „Die Station steht zwar im Gemeindegebiet, das sind aber Werte, wie sie – aufgrund der großen Hitze – im gesamten Waldviertel vorkommen.“ Die Information der Bevölkerung sei daher auch nicht die Aufgabe der Gemeinde, sondern erfolge über den Rundfunk.

Feinstaub in Schrems: „Ein Rechenbeispiel“

Die Gemeinde Schrems bleibt indes weiter die einzige Gemeinde des Bezirks, die als „Feinstaub-Sanierungsgemeinde“ geführt wird. Seit 2014 läuft ein Maßnahmenpaket, um die Feinstaubbelastung in den Griff zu bekommen. Diese Maßnahmen – etwa bezüglich Streumittel, Schüttgüter, Landwirtschaft oder Schwerverkehr – werden erst nach Ende der dreijährigen Laufzeit evaluiert. Scheicher: „Feinstaub ist ein Winterproblem. Es wird voraussichtlich noch der Winter 16/17 abgewartet, dann wird erhoben, ob die Maßnahmen gefruchtet haben oder nicht.“

Für Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) ist diese Einstufung nach wie vor nicht nachzuvollziehen. „Es gibt keine Messstation und keine Daten, warum wir auf dieser Liste stehen, weiß keiner genau. Das ist ein theoretisches Rechenspiel.“