Erstellt am 23. Dezember 2015, 13:26

Hervorragende Beratung. Vieles umgesetzt | Friseurmeister Reinhold Schulz wurde durch Kundin auf Idee gebracht, barrierefreien Eingang zu schaffen. Jetzt nutzt er die Beratung durch die WKNÖ, um weitere Verbesserungen zu schaffen.

Über das Eingangstor durch den Hof gelangt man zum barrierefreien Hintereingang des Friseursalons.  |  NOEN, Michael Schwab
Entgeltliche Kooperation: Die WKO NÖ und die NÖN präsentieren barrierefreie Unternehmen in Niederösterreichs.

Barrierefreie Wirtschaft: Teil 4

Als sehr positiv erlebte Friseur Reinhold Schulz die Barrierefreiheits-Beratung der Wirtschaftskammer für das gemeinsam mit seiner Tochter Ulla geführte Friseur- und Kosmetikstudio in Waidhofen.

„Wir haben schon vor acht oder neun Jahren einen barrierefreien Eingang zum Friseursalon geschaffen. Daher gab es wenig zu beanstanden“, erinnert sich Schulz an den Lokalaugenschein mit den Experten der Wirtschaftskammer im August. Ausgestattet mit Verbesserungsvorschlägen machte sich Schulz umgehend an die Arbeit.

„Im Eingangsbereich von Ullas Studio haben wir einen doppelten Handlauf anbringen lassen, denn der vorherige Handlauf war für Personen im Rollstuhl zu hoch. Der neue hat eine Stange in normaler Höhe, und eine niedrigere, sodass alle Kunden einen Handlauf in einer für sie geeigneten Höhe vorfinden“, erklärt Schulz. Eine Rampe ist dort aufgrund des Höhenunterschiedes nicht möglich.

Auf die Idee, den Eingang zu seinem Friseursalon barrierefrei zu gestalten, hatte ihn eine im Rollstuhl sitzende Kundin gebracht. „Vorher mussten wir immer den Rollstuhl über die Treppe beim Haupteingang tragen. Mit dem normalen war das kein Problem, aber dann bekam sie einen elektrisch betriebenen Rollstuhl, der um einiges schwerer zu heben ist. Daher haben wir beim Hintereingang eine Rampe eingerichtet“, erzählt Schulz. Kommt ein Kunde im Rollstuhl, läutet er oder sie einfach an der Tür, dann kommt ein Mitarbeiter und öffnet das Eingangstor in den Hof, durch den man zum Hintereingang mit der Rampe gelangt.

„Das funktioniert seit Jahren hervorragend. In der Regel melden sich Kunden im Rollstuhl vorher telefonisch an, dann wissen wir schon Bescheid. Zu vielen Kunden mit Behinderungen kommen wir auch nach Hause, das ist ihnen oft angenehmer“, betont Schulz. Um es seinen Rollstuhl-Kunden noch einfacher zu machen, will er im kommenden Jahr den Zugang weiter verbessern – mit einer flacheren Rampe.

Firmeninfos

Firma Ulla Schulz
Hauptplatz 12
3830 Waidhofen/Thaya
Tel. Friseur: 02842/5229811
Tel. Kosmetik/Fußpflege/Tattoo/ Piercing: 02842/5229815
www.studio-ulla.at


Wussten Sie schon?

Was heißt Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude, Geschäfte, Verkehrsmittel, Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und IT-Systeme von Menschen mit Behinderungen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe benutzt werden können.

Warum Barrierefreiheit?

Damit Menschen mit Behinderung
nicht diskriminiert werden („Diskriminierungs-Schutz“). Die zehnjährigen Übergangsbestimmungen des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes laufen mit 31. 12. 2015 aus. Ab 1. 1. 2016 müssen alle Betriebe barrierefrei sein, sofern die Beseitigung der Barrieren zumutbar ist.

Wer muss barrierefrei sein?

Das Behindertengleichstellungsrecht gilt für alle Unternehmen,
die Güter und Dienstleistungen anbieten, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dazu zählen Banken, Handelsbetriebe, Hotels, Gastronomiebetriebe, Busunternehmer, Reisebüros, Kinos, Friseure und viele mehr.
 


Mehr Infos:  wko.at/noe/barrierefreiheit