Erstellt am 19. Mai 2016, 05:14

von Markus Lohninger

„Heuchlerische Geste“: Beer schlug Ehrenring aus. Gmünder Altbürgermeister verzichtete nach seinem unfreiwilligem Abgang auf hohe Auszeichnung der Stadtgemeinde durch seine Nachfolgerin.

Andreas Beer: »Ein solches Angebot kann nicht ernst gemeint sein.«  |  NOEN, Markus Lohninger
Der junge Altbürgermeister Andreas Beer (SPÖ) in der Mitte, flankiert von der aktuellen Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) und Vizebürgermeister Hubert Hauer (AfG).

x  |  NOEN, Archiv/Markus Lohninger
Rosenmayer verliert Worte des Lobes und der Anerkennung für ihren Vorgänger, den sie vor etwas mehr als einem Jahr mit Unterstützung seines ehemaligen Parteigenossen Hauer aus dem Amt gehebelt hatte.

Ja, die Vorstellung dessen, wie Beer im Rahmen einer Festsitzung des Gemeinderates am 11. Mai im voll besetzten Palmenhaus der Ehrenring der Stadt Gmünd angesteckt werden würde, sie hatte ihren Reiz. Bloß: Es kam nicht dazu.

Andreas Beer blieb der Sitzung, bei der nach einstimmigen Gemeinderats-Beschlüssen im März insgesamt 18 Menschen für ihre Verdienste um die Stadt geehrt werden hätten sollen, fern.

„Ich habe den Ehrenring ausgeschlagen, habe der Gemeinde dadurch beim Sparen geholfen“, sagt der einst jüngste Bürgermeister einer Bezirkshauptstadt in Österreich zur NÖN.

„Nicht hinter allem das Schlechte sehen“

Es sei 2015 auch durch seine frühere Vizebürgermeisterin Rosenmayer zum Bruch der jahrzehntelangen Zusammenarbeit von SPÖ und ÖVP gekommen, ergänzt Beer: „Jetzt geehrt zu werden, das hätte ich als heuchlerische Geste empfunden, ein solches Angebot kann nicht ernst gemeint sein. Es hätte in keinster Weise ein Zeichen der Dankbarkeit sein können.“

Bürgermeisterin Rosenmayer bedauert die Entscheidung ihres Vorgängers. „Ich halte die Ehrung nicht für heuchlerisch, zumal die Entscheidung der ganze Gemeinderat getroffen hat“, sagt sie. Man solle „nicht hinter allem das Schlechte sehen. Man kann ja trotz dem, was war, danke für die getane Arbeit sagen.“

Mehr zur Festsitzung, bei der Johann Hofbauer und mit Alfred Drach ein anderer Altbürgermeister zu Ehrenbürgern wurden, lesen Sie auf Seite 8 der dieswöchigen Gmünder NÖN-Printausgabe!