Kirchberg am Walde

Erstellt am 10. November 2017, 04:35

von Sonja Eder

Anton Stöger, der Herr der „Marterl“. Vor 20 Jahren entdeckte der Hollensteiner Anton Stöger die Liebe zum kulturellen Erbe seiner neuen Heimat. Inzwischen betreut er eine landesweite Datenbank.

Täglich bis zu vier Stunden arbeitet Anton Stöger an der Kleindenkmal Datenbank.  |  Sonja Eder

Es ist eine Leidenschaft, die ihn nicht mehr loslässt: Die Faszination zur Heimatgeschichte und die Schönheit der Klein- und Flurdenkmäler, bei uns auch als „Marterl“ und Wegekreuze bekannt. „Als ich hier herzog, um meinen Ruhestand zu verbringen, bin ich mit den örtlichen Kulturdenkmälern konfrontiert worden, die in Kirchberg in großer Zahl vorhanden sind“, erzählt der Hollensteiner Anton Stöger.

Schloss, Bürgerspital, die Marktplatzsäulen, die Malteserkapelle und die kleinen Gusseisenkreuze in der Landschaft faszinierten ihn: „Bald habe ich gemerkt, dass diese in einem schlechten Zustand waren und ich habe mit deren Restaurierung begonnen, manche konnten vor Ort gereinigt und frisch gestrichen werden, manche musste ich abmontieren und mitnehmen.“

Parallel dazu wurde der „Hamerling Kultur- und Tourismusverein Kirchberg am Walde“ gegründet, gemeinsam mit Vereinskollegen wurde in der „Marterlwerkstatt“ die Restaurierung von Kleindenkmälern fortgesetzt.

Es war wohl kein Zufall, dass Stöger in einer Zeitung eine Seminareinladung für „Kleindenkmalforschung“ des BHW las. Dort lernte er neben dem richtigen Umgang mit Kleindenkmälern auch das Erforschen ihrer Herkunft. Die Beschäftigung mit der Heimatgeschichte ging weiter und 2013 veröffentlichte Stöger „Kreuze aus Gusseisen“ auf der Serviceseite www.marterl.at der Kulturregion NÖ, die er auch als leitender Redakteur betreut.

Praktische App für Wanderer und Radfahrer

Die Kleindenkmal-Datenbank www.marterl.at ist als Informations- und Nachschlagewerk gedacht. Von 573 Gemeinden Niederösterreichs sind 317 Gemeinden noch immer nicht erfasst. „Da gibt es noch viel Arbeit“, meint Stöger, der täglich zwei bis vier Stunden morgens und abends die einlangenden Dateien bearbeitet und für die Öffentlichkeit freigibt. Zehntausend Kleindenkmäler sind derzeit registriert – und stündlich werden es mehr! Gemeinden arbeiten bereits direkt in die Datenbank hinein – jeder kann aber ganz einfach mitmachen: Registrieren, und schon geht’s an die Mitarbeit.

Als kostenloses Service gibt es für Radfahrer, Wanderer und Gäste eine kostenlose App zum Herunterladen. „Da die Datei mit Geo-Daten versehen ist, ist das App praktisch, jeder kann sich vor Ort über das Flurdenkmal informieren“, so Stöger.

Sein liebstes Kleindenkmal ist allerdings der Pranger von Kirchberg, aber auch das Wildschützkreuz in Weißenalbern beziehungsweise die Geschichte dahinter beeindruckt ihn sehr: „Es erinnert an eine tragische Zusammenkunft von Wilderern und Jägern im Jahr 1868, bei der vier Menschen getötet wurden“, erzählt der Heimatforscher.