Erstellt am 10. September 2015, 05:32

von Thomas Weikertschläger

Keine Entspannung am Arbeitsmarkt. Bezirkshauptstadt mit mehr Jobsuchenden (335) als Arbeitsplätzen; 2005-2015: Negativ-Trend bei Männern stärker

 |  NOEN, APA/Herbert Neubauer

Die Arbeitslosigkeit steigt im Bezirk weiter an. Ende August waren beim AMS Gmünd 1.498 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juli sind das um 27 Personen (+1,8 Prozent) mehr, im Vergleich zum August 2014 sogar um 153 (11,4 Prozent). Ein Zuwachs von 50 Arbeitslosen geht alleine auf Einwohner in der Bezirkshauptstadt zurück, die inzwischen mit Abstand die meisten Arbeitslosen hat (335, im Vergleich Schrems: 241).

Weniger Personen in AMS-Schulungen

Zumindest teilweise liegt die Entwicklung daran, dass weniger Personen in AMS-Schulungen sind. Mit 131 Schulungsteilnehmern liegt der Wert um 78 niedriger als 2014 (-37,3 Prozent). Der Bezirk Zwettl hat im Vergleich um 29 mehr Schulungsteilnehmer, die nicht als arbeitslos gelten – obwohl insgesamt fast ein Drittel weniger Menschen ohne Job sind.

Allein damit lässt sich der Anstieg freilich nicht erklären. AMS-Geschäftsstellenleiter Gerhard Ableidinger: „Das Arbeitskräftepotenzial steigt stärker an als das Volumen der in den Betrieben angebotenen Arbeit.“

Anstieg bei Männern besonders stark

Besonders stark ist der Anstieg bei Männern. Heuer sind mit 755 um 104 (+16 Prozent) Männer mehr arbeitslos als 2014. Bei Frauen betrug der Anstieg „nur“ 7,1 Prozent (von 694 auf 743). Besonders deutlich wird die Entwicklung bei der Betrachtung des Zeitraums von 2005 bis 2015. Ableidinger: „Dabei zeigt sich klar, dass Männer stärker betroffen sind. Es sind um 211 Männer mehr arbeitslos oder in Schulung. Bei Frauen hingegen hat sich die Arbeitslosigkeit – zwar auf hohem Niveau – um 53 oder 6,1 Prozent reduziert.“

39 Stellen (+28) sind sofort verfügbar, davon 15 im Baugewerbe. Ableidinger: „Außerdem konnten wir im August 59 Stellen akquirieren und 70 Stellen mit geeigneten Arbeitskräften besetzen.“ Auch die Besetzungsdauer sei mit durchschnittlich zehn Tagen gering gewesen. Die geschätzte Arbeitslosenquote im Bezirk liegt mit 9,5 Prozent über dem NÖ-Schnitt (8,5 Prozent).