Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:57

von Markus Lohninger

Geburten künftig auch in Tschechien?. Moderne Abteilung mit 660 Geburten: Klinikum Neuhaus könnte Kluft nach der Schließung der Gyn Waidhofen füllen.

Die Augen der Menschen im Norden des Bezirkes könnten sich bald auf die Nachbars-Bezirkshauptstadt Neuhaus richten.  |  NOEN, czechtourism.com
Für Frauen aus dem Norden des Bezirkes könnte sich nach der Schließung der Waidhofner Gyn und künftig überlanger Anreise nach Zwettl bzw. Horn ein Fenster auftun: 15 Autominuten vom Grenzübergang Grametten entfernt hat die tschechische 22.000-Einwohner-Stadt Jindrichuv Hradec (Neuhaus) ein Klinikum mit einer 2007 wiedereröffneten, top-modernen Gyn- und Geburtshilfe-Abteilung mit neun Ärzten.

Das Spital hat als Standard 2- und 3-Bett-Zimmer, extra buchbar sind Einzelzimmer (mit TV und Kühlschrank). Es versorgt den gleichnamigen Bezirk Jindrichuv Hradec (93.000 Einwohner) und strahlt auch in den Raum Richtung Pelhrimov und Tábor aus. Kapazitäten für Österreicherinnen wären, wie es auf NÖN-Anfrage heißt, vorhanden. Groß müssten diese nicht sein: In den nördlichsten, am weitesten von der nächsten Gyn im Waldviertel entfernten Gemeinden Litschau, Haugschlag, Reingers, Eggern und Eisgarn wurden 2014 zusammen bloß 32 Geburten gefeiert.

Wie es gehen könnte, das wird im Pionierprojekt „Healthacross in practice“ am Gmünder Spital gezeigt, wo seit 2013 in Zusammenarbeit mit tschechischen Versicherungen 2.000 Patienten aus dem Raum Ceské Velenice ambulant versorgt wurden. Wie berichtet, ist ein grenzüberschreitender Rettungsvertrag mit Tschechien in Vorbereitung.

Projekt in Gmünd zeigt, wie es gehen könnte

Bei uns trägt das Projekt zur Standortsicherheit bei, in Neuhaus ist man auf Österreicher nicht angewiesen: 2014 gab es 659 Geburten, mehr als in Waidhofen und Horn zusammen.
Elke Ledl, für Healthacross zuständige Projektleiterin im NÖ Gesundheits- & Sozialfonds, ist gegenüber einer Zusammenarbeit mit Neuhaus für Menschen in Grenznähe aufgeschlossen.

Konkrete Überlegungen müssten aber im Rahmen künftiger grenzüberschreitender Projekte angestellt werden. „In Zukunft sollen auch Niederösterreicher medizinische Leistungen in angrenzenden Ländern in Anspruch nehmen können“, hält Ledl fest: „Solche EU-Projekte sind eine gute Möglichkeit, um Wege in der Zusammenarbeit zu finden, die Behandlungsqualität sicherzustellen und Ängste bei der Bevölkerung abzubauen.“

Mitarbeit: Alexandra Popel

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Tipp:

Auf dieser Internet-Seite können Sie einen Blick ins Innere der Gyn in Neuhaus werfen:
www.nemjh.cz/gyn