Erstellt am 08. September 2015, 08:51

von Markus Lohninger

Anreize müssen verstärkt werden. Markus Lohninger zur Ärztesuche abseits der großen Zentren.

Die ehemalige Arztpraxis von Michaela Mörzinger in Gmünd ist seit bald neun Monaten durchgehend unbesetzt, das Landesklinikum rauft mit hartnäckigen Personalengpässen auf der Internen Station.

Der Ärztemangel wird im ländlichen Bereich dies- und jenseits der Grenze zunehmend zum Thema, und nicht nur hier: Glaubt man der ärztlichen Führung des Klinikums, dann fehlen alleine im deutschsprachigen Raum derzeit mehr als 1.300 Internisten.

Die Probleme sind teils hausgemacht. Die Ausbildung wird trotz wachsendem Interesse junger Leute seit Jahrzehnten gering gehalten. Alleine an der Medizin-Uni Wien übertraf die Zahl der Studienbewerber die Zahl der angebotenen Plätze heuer fast um das Zehnfache. Andererseits wandern Jungärzte ab, während eine gezielte Integration oft hoch gebildeter Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten in unser Gesundheitssystem durch die Bürokratie gelähmt wird.

Die Katze beißt sich irgendwann in den Schwanz, und das trifft gerade periphere Regionen weit abseits der spezialisierten großen Spitäler. Die Anreize für den Gang ins Waldviertel müssen massiv forciert werden – sonst werden wir eines Tages weniger fürchten müssen, dass Stationen an unseren Spitälern wegrationalisiert werden, als dass sie nicht mehr durchgehend besetzt sein können.