Erstellt am 24. Februar 2016, 05:59

von Markus Lohninger

Auf dünnem Eis beim Asylthema. Markus Lohninger über den Fehler, die Bevölkerung bei Plänen zu übergehen

Wir kennen aus Deutschland die Bilder brennender Asylherbergen oder von Flüchtlingen, die vom wütenden Mob attackiert werden. Wir kennen Berichte aus Österreich über Delikte von Asylwerbern. Nicht alle davon basieren auf böswilligen Unterstellungen. Im Bezirk Gmünd konnte aber selbst die FPÖ als selbst ernannte Wächterin über Recht und Ordnung bis dato keinen einzigen Vorfall in Sachen Flüchtlinge anprangern.

Das liegt an meist überschaubaren Quartiergrößen und am dichten Netz an Helfern, die Fremden nun Halt und Orientierung in einem neuen Umfeld geben. Bei uns ist die Welt in der Hinsicht noch in Ordnung – obwohl der Bezirk die meisten Flüchtlinge weit und breit hat.

Dennoch ist das Eis nur dünn. Wenn Helfer, künftige Nachbarn und selbst Bürgermeister wie zuletzt in Langegg, Brand und nun Gmünd/Nagelberg erst aus Medien von größeren Plänen erfahren, dann verwundert eine gewisse Verunsicherung nicht: Das Umfeld muss eingebunden werden. Andernfalls kann sich die heile Welt rasch in eine Richtung entwickeln, die wir lieber nur aus dem Fernsehen kennen.