Erstellt am 14. Juni 2017, 04:35

von Markus Lohninger

Ausgleich würde allen helfen. Markus Lohninger über Arbeitslosigkeit bei uns und Arbeitermangel in Tschechien

Fast unbemerkt hat sich in eské Velenice einen Steinwurf von Gmünd entfernt ein Firmenstandort herausgeputzt, der die größten Betriebe des Nachbarbezirkes bis Jahresende in Sachen lokaler Beschäftigung in den Schatten stellen wird: Magna will im Access-Industrial-Park die 850-Mitarbeiter-Marke sprengen, wenn – ja, wenn – das Personal für eine Aufstockung um hundert Mitarbeiter überhaupt gefunden werden kann.

Die Arbeitslosigkeit ist in Tschechien so gering wie seit Gründung der eigenständigen Republik 1993 nicht mehr, Arbeitskräfte müssen zunehmend in anderen Ost-Ländern gesucht werden. Während Tschechen in den österreichischen Arbeitsmarkt strömen, gehen dem dortigen Arbeitsmarkt die Arbeitskräfte aus – und zwar in einem Ausmaß, das Experten als Gefahr für das Wirtschaftswachstum sehen. Uns plagt Arbeitslosigkeit trotz steigender Beschäftigung, dort lähmen Personal-Engpässe. – Kein Wunder: Immer noch verdient ein Facharbeiter laut Wirtschaftsmagazin „Trend“ in Tschechien zwei Drittel weniger als in Österreich.

Die Politik muss mehr als 13 Jahre nach dem EU-Beitritt der Tschechen endlich die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass dieses ruinöse Lohngefälle entscheidend abflacht.