Erstellt am 19. Juli 2017, 01:44

von Markus Lohninger

Banken: Wir entscheiden mit. Markus Lohninger über Angebote, die oft erst wichtig werden, sobald sie weg sind

Banken, Post und Nahversorgern geht es wegen technischen Entwicklungen und Änderungen der Lebensgewohnheiten seit Jahren ans Eingemachte. Exemplarisch zeigt es der Nahversorger ums Eck vor, dessen Kundschaft für den Großeinkauf schrittweise in Richtung Supermärkte abwanderte, bis sie sich darüber ärgerte, dass der Nahversorger eines Tages auch als Anbieter der Kleinigkeit für den Notfall verschwand.

Bei Banken kommt der momentan im Bezirk heiß diskutierte Spar-Druck in Kombination mit steigenden Ansprüchen aus vielerlei Richtung, die Konsequenz ist ähnlich: Nachlassende Kundenfrequenzen an einzelnen Standorten öffnen genau jene Ventile, an denen der zunehmende Druck abgelassen werden kann. Freilich ist Bankomat- oder Internet-Nutzung (womöglich am Gratis-Konto) bequem, aber beides bestimmt über die Rentabilität und Sinnhaftigkeit einer festen Filiale mit.

Ist uns ein breites Versorgungs-Angebot vor Ort nur für den Ausnahmefall wichtig, dann haben wir also kaum eine Grundlage, um uns über Schließungen zu empören. Im anderen Fall ist die Ausgangssituation mit allen ihren Konsequenzen klar: Wirtschaft vor Ort lebt, wenn wir sie selbst beleben.