Erstellt am 15. September 2015, 09:00

von Markus Lohninger

Das große Los war´s noch nicht. Markus Lohninger über ein neues Bahn-Zeitalter mit alten Tücken

Der neue Fahrplan bringt "normalen" Reisenden der Franz-Josefs-Bahn mehr Übersicht und Struktur. Künftig wissen Menschen im Bezirk Gmünd, dass sie zwischen 5 und 19 Uhr zumindest gut zehn Minuten nach ungeraden Stunden einen Anschluss nach Wien haben und dort bis 20.28 Uhr jede gerade Stunde zu selber Minute die Direktverbindung retour haben. Die langsameren Verbindungen werden deutlich schneller, verlässliche Umsteigemöglichkeiten ohne lange Wartezeiten rücken näher.

Die Richtung stimmt. Dennoch wurde das große Los noch lange nicht gezogen. Für Pendler wurden die schnellsten Wochentags-Verbindungen nämlich langsamer statt schneller. Zudem muss morgens kostbarer Schlaf für eine frühere Ankunft in Wien geopfert werden. Dabei reisen laut Statistik Austria 1.200 Arbeits- und 300 Ausbildungspendler aus dem Bezirk nach Wien, zudem beschäftigt alleine der Großraum Gmünd-Schrems 200 Arbeitspendler aus Wien. Macht mehr als 1.700 Menschen, von denen sehr viele eine „Waldviertel-Autobahn“ fordern – die Milliarden Euro kosten, die Umwelt belasten und erst in vielen Jahren Besserung bringen würde. Sie täten das nicht, wenn ihre „Franzlbahn“ eine effizientere Alternative wäre. Das war sie bisher kaum, und daran ändern leider auch die neuen Pläne wenig.