Erstellt am 27. April 2016, 06:14

von Markus Lohninger

Denkzettel kann Bumerang sein. Markus Lohninger über regionalen Polit- Verdruss in einer überregionalen Wahl

Viele (unter anderem wegen der Gyn-Schließung in Waidhofen) auch im Gmünder Bezirk politisch Verdrossene haben es in sozialen Medien angekündigt, am Sonntag verpassten sie den ehemaligen Großparteien dann eben den Denkzettel. Bloß: Kein Präsident bringt dem Bezirk irgendeine Infrastruktur zurück.

Diese Bereiche verantwortet großflächig die Landesregierung, in der drei Parteien vertreten sind. Sie kann direkt lenken bzw. bei Bundes-Zuständigkeit (wie beim Bahnausbau St. Pölten-Wien oder Schnellstraßenbau im Weinviertel) entscheidend beeinflussen. Im Landtag stellt Rot jetzt schon keinen Bezirksabgeordneten mehr, Blau und Grün sowieso nicht. Margit Göll ist dort unsere einzige Vertreterin – und sie ist trotz 54 Prozent (!) für die Bezirks-VP bei der Landtags-Wahl 2013 nur auf einem Ticket ihrer Landespartei im Landtag. So teuer ist für jede Partei in der Region ein Sitz in St. Pölten.

Denkzettel könnten daher bei der nächsten Landtagswahl 2018 zum Bumerang werden und auch noch unseren letzten Vertreter aus dem Landesparlament befördern. Das ist die große Herausforderung für Margit Göll – aber auch das Dilemma für all jene, die im Gmünder Bezirk eine Alternative suchen.