Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:57

von Markus Lohninger

Die Alternative liegt auf der Hand. Markus Lohninger über das Ende der Gyn Waidhofen und den Ausweg aus dem Dilemma

Damalige Hochburgen wie Weitra, Heidenreichstein, Groß Siegharts, Waidhofen, Horn oder Zwettl hatten erfolgreich Anschlüsse an die Franz-Josefs-Bahn verhindert, das unbedeutende Städtchen Gmünd hatte das unbekannte Neue zugelassen. Erst dadurch hatte es sich zum modernen Zentrum gemausert – und schließlich zur Hauptstadt eines neuen Bezirkes.

Strukturen bis zur eigenen Gesundheits- Versorgung in den heutigen Bezirken haben sich also zufällig gebildet. Alleine der Bezirk Gmünd verlor aber ein Drittel seiner Bevölkerung in hundert Jahren, Niederösterreich legte zu. Langfristig wird unsere umfassende lokale Versorgung von niemandem zu halten sein – das ist die Realität.

Im heutigen Grenzland haben Kriege den Austausch von Mensch, Ware und Dienstleitung zerstört und Geisteshaltungen geschaffen, die beiderseits immer noch wirken. Doch hunderte Tschechen springen über ihre Schatten, suchen bereits das Gmünder Spital auf. Gleiches wäre im Norden des Bezirkes nach dem Ende der Gyn Waidhofen in Richtung Tschechien möglich. An den Menschen liegt es, sich dafür zu öffnen. An der Politik liegt es, die bürokratischen Voraussetzungen zumindest dafür zu schaffen.