Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:22

von Maximilian Köpf

Ein mahnendes Beispiel. Maximilian Köpf über die Pleite des ATSV Ober-Grafendorf und die Lehren für den Bezirk.

Zugegeben, die große Überraschung war es nicht, dass der ATSV Ober-Grafendorf am Montag das Sanierungsverfahren einleitete. Dennoch sollte sich jeder Vereinsfunktionär den 12. Oktober 2015 rot im Kalender anstreichen - als Mahnmal. Der Pleiteklub muss ein warnendes Beispiel für jeden Fußballverein im Bezirk sein – und zwar von der 3. Klasse Hornerwald bis in die 2. Landesliga West. 2003 spielte Ober-Grafendorf in der 2. Klasse Alpenvorland, 2013 in der Regionalliga Ost, jetzt in der 1. NÖN Landesliga. Dazwischen wurde vieles dem schnellen Erfolg untergeordnet. Immerhin achtete man mit einem Auge auf eine gute Infrastruktur. Und hat so zumindest etwas geschaffen, womit neu begonnen werden kann, falls es zum totalen Absturz kommt.

Den Scherbenhaufen müssen die Verantwortlichen jetzt dennoch zusammenkehren. Jeder Sport-Funktionär trägt eine große Verantwortung. Er vertritt und repräsentiert den Verein, aber haftet auch, wenn etwas schiefgeht. Er hat aber genauso die Möglichkeit, etwas aufzubauen – einen Plan zu verfolgen, bei dem er auch Rückschläge im Sinne der langfristigen Entwicklung hinnehmen muss, um am Ende lachen zu können. Das ist ein Trost für Vereine wie Amaliendorf, St. Martin oder Großdietmanns, die bisher (noch) hinterher hinken.