Erstellt am 27. Juli 2016, 04:20

von Markus Lohninger

Einer stirbt – und viele lachen. Markus Lohninger fürchtet das, was uns noch erwarten mag

Ein ihnen unbekannter Mensch stirbt, und andere Menschen brechen in helle Freude aus.  Lachende Gesichter, erhobene Daumen und sich zuprostende Biergläser kamen als Reaktionen auf den NÖN-Bericht zum Badeunglück eines Asylwerbers in Heidenreichstein auf Facebook.

Dazu Kommentare wie „Die haben anscheinend zuviel Baywatch gesehen, wo Pam Mund zu Mund beatmet“ oder „er war nicht Jesus“. Und Angriffe gegen Medien, die aus einer Masse an Ertrunkenen nur herauspicken würden, was ihnen ideologisch gelegen komme (nein, es gab im Bezirk seit mehreren Jahren tatsächlich keinen tödlichen Badeunfall; ja, die NÖN berichtet selbst über erfolgreiche Rettungsaktionen).

In das Bild fügt sich, dass der „Rassismus Report“ des Vereins ZARA etliche grenzwertige Einträge auf der Facebook-Seite der FPÖ Heidenreichstein meldet – wo zum Flüchtlings-Thema gefordert wurde, „den Dreck und das Gesindel“ anzuzünden, oder wo im Herbst auf einen harten Winter gehofft wurde, „sollen erfrieren alle bitte!“

Nicht nur Terrorismus, auch die Verrohung in Teilen unserer Gesellschaft macht Angst. Es macht Angst, sich auszumalen, wohin uns diese Entwicklung eines Tages noch führen wird.