Erstellt am 29. September 2015, 09:16

von Markus Lohninger

Im rechten Eck: Eine Enttäuschung. Markus Lohninger zum unerwarteten Rechts-Abbieger der Gmünder FPÖ.

Die mit nur einem Mandat Mehrheit regierende Gmünder Stadt-Koalition zwischen ÖVP, AfG und FPÖ hätte ein halbes Jahr nach der Angelobung ohne Hilfe der entmachteten SPÖ erstmals einen eigenen Antrag im Gemeinderat nicht durchbringen können.

Dabei ging es einzig um die grundsätzliche Einigung darauf, Asylwerbern die Möglichkeit zu geben, für ein Taschengeld ein paar Stunden die Woche gemeinnützige Arbeit zu verrichten. Das ging FPÖ-Stadtrat Zeilinger zu weit. Er sieht unser System durch das Beschäftigungsmodell in Gefahr – und sieht das Volk ohnehin jetzt schon in Angst und Schrecken vor Asylwerbern.

Tun sie nichts, dann wird das kritisiert. Die Chance, einen kleinen Teil ihrer Zeit in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, sollen sie auch nicht haben. Dass die Polizei im Bezirk immer noch keine Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Asylwerbern meldet, wird ignoriert. So einfach ist das Spiel der FPÖ. Für Fremde ist darin nur die Rolle des Schurken bestimmt.

Dass Zeilinger als Träger von Regierungs-Verantwortung diese Panikmache mitspielt, ist eine Enttäuschung. Er hatte bisher als weltoffener, gemäßigter Jungpolitiker gewirkt. Ihm war zuzutrauen, mit Vorurteilen durch Prüfung der Fakten und im Kontakt mit Fremden aufzuräumen – anstatt sie einfach nachzuplappern.