Erstellt am 03. August 2016, 06:13

von Markus Lohninger

OP gelungen, aber Patient tot. Markus Lohninger zur radikalen Art, den Schremser Gefahrenherd zu eliminieren

Bei Gefahr im Verzug geht‘s um Leben oder Tod. Wie im Fall des über Nacht abgetragenen historischen „Tumulus“-Steinbogens in Schrems kann der Stadtchef als Letztverantwortlicher der Kommune darüber alleine entscheiden und muss im Zweifelsfall auch alleine seinen Kopf hinhalten.

Zuletzt mehrten sich solche Zweifelsfälle, in denen Bürgermeister ihre Verantwortung letztlich vor Gericht diskutieren mussten. Angesichts dessen erscheint der jetzt aufgedeckte Schnellschuss von Karl Harrer nachvollziehbar.

Dennoch ist die Aktion sehr unglücklich verlaufen: Es gibt andere Möglichkeiten zum Abstellen von Krankheiten, als gleich den Patienten zu töten. Dazu kommt die kommunikative Ebene. Ein wertgeschätztes Objekt wurde platt gemacht, aber keiner erfuhr davon – auch nicht im Nachhinein.

Das muss als grober Lapsus, oder als Zeichen der Geringschätzung eines Kulturgutes gewertet werden. Jede dieser Interpretationen rückt Harrer in ein wenig schmeichelhaftes Licht. Daraus kann er am ehesten treten, indem er das Kulturgut rasch durch Fachleute wieder herstellen lässt. Selbst dann bleibt aber die Nachrede, für einen Schnellschuss teures Gemeindegeld sprichwörtlich in den Sand gesetzt zu haben.