Erstellt am 04. Januar 2018, 04:00

von Markus Lohninger

Schnellschuss mit breiter Wirkung. Markus Lohninger zum Ende der Aktion 20.000 und der unveränderten Herausforderung

Die größte Problemgruppe am Arbeitsmarkt im Bezirk Gmünd rutschte mit einem blauen Auge ins Jahr: Die „Aktion 20.000“ für Langzeit-Arbeitslose über 50 wurde von der Regierung ausgesetzt, bevor sie bei uns angelaufen war. Dass selbst im AMS unklar zu sein scheint, wie damit nun umzugehen ist, erhärtet den Verdacht des mal eben aus der Hüfte gefeuerten Schnellschusses. Genauso, dass FP-General Vilimsky im gleichen Atemzug von geplanten „Evaluierungen“ für die Aktion spricht, wie er sie schon als Misserfolg abhakt.

Im Bezirk hat mehr als ein Drittel der Arbeitslosen den 50er hinter sich. Die Hälfte davon ist wiederum ein halbes Jahr ohne Unterbrechung auf Jobsuche, ein Großteil davon über ein Jahr. Viele haben nach der Schule ohne weitere Ausbildung in der Textilbranche begonnen, haben infolge technischen oder digitalen Fortschritts, körperlicher oder mentaler Defizite, irgendwann den Job verloren. Was sie dem komplexer werdenden lokalen Arbeitsmarkt bieten können, ist selbst bei bester Konjunktur und hoher Bereitschaft zu Abstrichen kaum mehr nachgefragt oder bezahlbar. Es wird auch nach der „Aktion 20.000“ ein – leider teures – Fördermodell brauchen, um dieses Fiasko in den Griff zu bekommen.