Erstellt am 24. August 2016, 05:00

von Markus Lohninger

Von der Pflicht zum Recht. Markus Lohninger zum weiten Weg der „Ein-Euro-Jobs“ in die Praxis.

Haben Sie im Bezirk Gmünd jemals eine Frau in Burka oder Burkini gesehen? Nein? Obwohl die Sache für unseren Alltag kaum brisanter ist als das umfallende Fahrradl in China, wird an unseren Stammtischen und auch in der Politik mit Integrationsminister Kurz an der Spitze munter darüber diskutiert. Folgenreicher wäre wohl sein Vorstoß zu gemeinnütziger Arbeit für Flüchtlinge.

 Da schwingt durch das Damoklesschwert der Strafe auch Populismus mit. Aber die Pflicht wird ja hoffentlich ein Recht auf irgendeine Beschäftigung mit sich bringen. Und das würde heißen, Aufgaben zu haben – also Leistung erbringen, Verantwortung übernehmen, Struktur in den Tag bekommen und Bestätigung für Geleistetes erhalten zu können.

Wer soll aber die Pflicht koordinieren, überwachen und die Ausführung begleiten, wer soll in der Praxis Arbeitsfelder definieren, wer übersetzen? Vorhandene Hilfsnetze sind überstrapaziert, bezahlte Systeme sind teuer und schwer auf die Beine zu stellen. Das ist die Herausforderung der Idee. Der Bedarf wäre aber wohl (nicht nur) bei Flüchtlingen genauso vorhanden wie ein weites Feld an Aufgaben, die in unseren Städten und Dörfern sowieso im Jahresverlauf zu kurz kommen.