Erstellt am 04. November 2015, 05:02

von Markus Lohninger

Was Tschechien uns lehren kann. Markus Lohninger zur Sinnhaftigkeit der geforderten Grenzkontrollen

Tschechien kann sich unmöglich die Flüchtlingshilfe leisten, zum durchgehenden Bewachen der Grenzen durch die Polizei reicht es – verwaiste Posten hin und her – aber doch. Offenbar gibt das das Gefühl von Sicherheit. An den Übergängen in den Bezirk Gmünd werden jetzt vereinzelt österreichische Spaziergänger, Läufer, Radler ohne Ausweise ertappt; Flüchtlinge so gut wie nie.

Wenige wollen zu uns, noch weniger ins noch fremdenscheuere Tschechien. Vor allem wäre kaum einer der angeblich so gerissenen Flüchtlinge blöd genug, offizielle Übergänge in Gmünd, Pyhrabruck, Grametten oder Nagelberg zu queren – sind doch die anderen 100 Kilometer Grenze unbewachbar. Zu sehen bei der Breitenseer Mülldeponie, wo es am Feldweg in Sekundenschnelle gemütlich ins tschechische Nová Ves geht.

Die Realität lässt sich schwer in Slogans packen: Einige von Millionen weltweit Geflohenen sind bei uns. Auch rechte Wunderwuzzis werden sie nicht einfach so rausekeln können. Wir könnten aber heute beginnen, unsere Kraft statt ins Zweifeln und Hassen in die Bewältigung der  Herausforderung zu stecken.