Erstellt am 11. November 2015, 04:32

von Maximilian Köpf

Regeln müssen für alle gelten. Maximilian Köpf über die Reserven-Problematik in der 2. Klasse.

„Kein Modell für die Zukunft“, „So kannst du die Jugendlichen nicht zum Sport motivieren“, „Ohne Zwang sagt man Spiele leichtfertiger ab“ – die Argumente zur Reserven-Situation in der 2. Klasse Waldviertel Süd sind vielfältig, aber alle negativ. Das letzte Zitat stammt sogar von Johann Ableidinger, Obmann des SV Langschwarza, der heuer vom Reservenzwang befreit wurde. Neben Neustarter Großdietmanns und Zwettl II.

Mit den Ausnahmen wollte der NÖFV diesen Vereinen helfen. Tatsächlich stellt er damit die noch gesunden Klubs vor Probleme. Denn deren Reserven haben jetzt keinen regelmäßigen Spielplan mehr, ihre Spieler haben weniger Einsätze. Motivationsprobleme sind vorprogrammiert. Es braucht klare Regeln – entweder gilt der Reservenzwang für alle oder für keinen.

Eines muss sich aber jeder Verein bewusst sein: Letztlich ist er selbst seines Glückes Schmied. Und dafür muss man eben auch manchmal unangenehme Wege gehen – und wenn es jener ist, von Pontius zu Pilatus zu laufen, um ein Reserveteam fürs Wochenende zusammenzukriegen. Es ist nicht nur Talente-Pool, sondern auch die „Eiserne Reserve“ für die Erste. Gibt ein Verein diese auf, ist er auf Gedeih und Verderb der Handvoll Ersatzspieler ausgeliefert, die ihm dann noch bleiben.