Erstellt am 25. Mai 2016, 06:24

von Markus Lohninger

Stammwähler können wechseln. Markus Lohninger über neue Chancen für FPÖ und Grüne auch im Bezirk.

Im Bezirk Gmünd, da war die Welt für die früheren Großparteien weit länger in Ordnung als in vielen Teilen Österreichs. Da, wo man den Bürgermeister oder Gemeinderat noch persönlich als Kollegen in der Blasmusik oder Feuerwehr kennt, da schlagen sich überregionale Wahltrends nicht gleich nieder. FPÖ und Grüne hinken daher im Bezirk traditionell auch bei überregionalen Wahlen Landes- und Bundesergebnissen hinterher.

Daran hat die Entscheidung um den neuen Bundespräsidenten etwas geändert. Schon im ersten Wahlgang hatten sich politische Lager weitgehend aufgelöst. In der Stichwahl mussten sich nun auch die letzten treuen Stammwähler von Rot und Schwarz für eine andere Farbe entscheiden: Es zitterten Leute mit Hofer und jubelten welche mit Van der Bellen, die keinen der beiden unter anderen Umständen gewählt hätten.

Da ist ein Bann gebrochen. Wer erstmals Blau oder Grün gewählt hat, könnte es womöglich wieder tun. Auf lokaler Ebene, wo FPÖ und Grüne bei der Gemeinderatswahl 2015 nur in sechs der 21 Gemeinden überhaupt Listen stellen konnten, bedürfte es davor aber einer wesentlichen Stärkung der Basis.