Erstellt am 07. Oktober 2015, 06:17

von Maximilian Köpf

Vom ehrgeizigen Knirps zum Held. Maximilian Köpf über einen Unterlembacher, der auszog, um Sportgeschichte zu schreiben.

Rudolf Schwingenschlögl erzählt gern die Geschichte, als er gemeinsam mit dem zwölfjährigen Stefan Fegerl für TTC Großdietmanns II in der Unterliga spielte. Das Top-Talent wollte immer gewinnen, war untröstlich, wenn doch einmal eine Niederlage passierte. Einmal musste er gegen Ottenschlags Top-Legionär Janos Pergel ran.

„Eine Niederlage gegen Pergel ist keine Schande, haben wir Stefan damals im Vorfeld gesagt“, erzählt Schwingenschlögl. Fegerl überraschte aber nicht nur seinen Kameraden. Der Ungar ahnte nicht, was ihm bevorstand, zog erst gar nicht seinen Trainingsanzug aus. Erst nach zwei Sätzen merkte er, dass ihm da kein „normaler“ Nachwuchsspieler gegenüberstand. Da hatte der kleine Knirps seinen Willen aber schon durchgesetzt und gewonnen.

Seine gesamte Karriere zeichneten den Unterlembacher der unbändige Wille, das große Talent und die Bereitschaft zum Verzicht aus. Diese Eigenschaften waren schon da, als er mit neun Jahren U14-Landesmeister wurde, als er mit 14 nach Linz wechselte. Und sie waren auch bei der Europameisterschaft in Jekaterinburg da, wo der einstmals kleine Knirps, den man im Trainingsanzug besiegen wollte, mit zwei Goldenen österreichische Sportgeschichte schrieb.