Erstellt am 25. November 2015, 04:08

von Maximilian Köpf

Wir brauchen die Schiedsrichter. Maximilian Köpf über eine falsche Einstellung zu Referees, die vieles zerstört.

Abwanderung, sinkende Geburtenzahlen, weniger Sportlichkeit, andere Freizeit-Gestaltung. Was den Kickern seit Jahren zu schaffen macht, hat längst auch auf die Schiedsrichter übergegriffen. Aber sind das die Gründe für den Schiri-Mangel? Jein!

Sich als Verband auf äußere Umstände auszureden, ist zu wenig. Den Aufwand immer größer machen und glauben, dass alle mitspielen, ist blauäugig. Wöchentliche Trainings, regelmäßige Schulungen und nicht selten drei Partien am Wochenende – wo bleibt da Zeit für das Privatleben? Und ist einer bereit, sich das anzutun, schiebt ihm der Verband irgendwann einen Riegel vor. Weil er zu alt ist. Ob er noch fit wäre, ist egal.

Die Vereine, die selbst ums Überleben raufen, können die Leute auch nicht hervorzaubern. Nur dem Verband den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist aber genauso falsch. Vielmehr muss in die Köpfe, dass ohne den Referee Fußball nicht funktioniert.

Ein positives Beispiel dafür ist die „Brigade Hartmut Strampe“ aus Deutschland, die erste Ultra-Gruppierung für Unparteiische. Sie feuert an, bejubelt richtige Entscheidungen, tut falsche als Nichtigkeit ab. Das ist der richtige Ansatz: nicht Fehler lautstark kritisieren, sondern richtige Entscheidungen hervorheben. Jeder Spieler darf Böcke schießen. Warum kann man das nicht auch einfach bei Schiedsrichtern akzeptieren?