Gmünd

Erstellt am 28. Januar 2018, 19:38

von Markus Lohninger

ÖVP mit Top-Ergebnis im Bezirk Gmünd. Während in manchen Bezirken noch die Stimmen zur Landtagswahl 2018 ausgezählt werden, steht das Gesamtergebnis für den Bezirk Gmünd inklusive der abgegebenen Wahlkarten fest.

Markus Lohninger

Die ÖVP baute ihre haarscharfe absolute Mehrheit aus dem Jahr 2013 deutlich auf 53,96 Prozent aus, die SPÖ verlor noch einmal kräftig auf 26,06, die FPÖ verdoppelte ihr Ergebnis aus 2013 auf 13,35 Prozentpunkte. Grüne und Neos blieben mit 3,49 bzw. 3,15 Prozentpunkten unter dem Landestrend.

SPÖ entgegen Landestrend im Minus

„Ich freue mich irrsinnig über das Bezirksergebnis“, sagt Nationalrats-Abgeordnete und Bezirkspartei-Obfrau Martina Diesner-Wais: „Das Land NÖ hat sehr vieles getan für unseren Bezirk, und wir haben alle noch vieles vor. Die Wähler haben das honoriert.“

In 18 der 21 Gemeinden im Bezirk legte die Volkspartei gegenüber 2013 anteilsmäßig zu, lediglich in Haugschlag (-0,2), Kirchberg (-0,8) und Hoheneich (-0,8) gab es minimale Verluste. Besonders starke Zugewinne gab es in St. Martin mit 10,8 auf nun 70,4 Prozentpunkte oder in Großdietmanns (+9,1), aber auch in klassischen „roten Bastionen“ wie Brand-Nagelberg (+7,0) und der Bezirkshauptstadt Gmünd, wo ein sensationelles Plus von 7,2 Prozentpunkten auf 48,4 Prozent erreicht wurde.

Für die SPÖ, die 2013 erstmals unter die 30-Prozent-Marke gerutscht war, setzte es entgegen des Landestrends noch einmal ein Minus. Die Sozialdemokraten haben mit 6.158 Stimmen nun weniger als die Hälfte der Wähler der Volkspartei, verloren zwei Prozentpunkte. Dennoch gab es für sie in einigen Gemeinden leichte Zugewinne (Amaliendorf-Aalfang, Großschönau, Hirschbach, Kirchberg, Waldenstein), in Hoheneich gab es sogar ein Plus von 3,5 Prozentpunkten. Verluste gab es in allen großen Gemeinden, darunter in Schrems, der Gemeinde von Spitzenkandidatin Viktoria Prinz.

Für die FPÖ, die mit Walter Hoffmann einen Spitzenkandidaten mit reellen Chancen auf einen Platz im Landtag über die Landesliste stellte, gab es in allen 21 Gemeinden Zugewinne gegenüber 2013. Am deutlichsten fielen diese in der Nordhälfte des Bezirks aus – in Eggern, Haugschlag, Litschau und Amaliendorf-Aalfang wurde jeweils der zweistellige Zuwachs nur um einzelne Stimmen verpasst.

Künftig Abgeordnete von ÖVP & FPÖ?

Ob es Hoffmann über die Landesliste der FPÖ in den Landtag schafft, das soll sich bis spätestens Dienstag-Vormittag entscheiden. Acht Landtags-Abgeordnete dürfte die FPÖ bekommen, Hoffmann steht auf Rang zwölf der Liste – und könnte durch Besetzungen für Bundesrat, Nationalrat, Landesrat und Landtags-Präsidium durchaus ein Mandat bekommen. „Es sieht nicht schlecht aus“, sagt er jedenfalls.

Geduld bewahren muss trotz des klaren Wahlsieges auch die Landtags-Abgeordnete und Spitzenkandidatin der ÖVP, Margit Göll. Die Landes-VP garantierte vorab lediglich den drei vorzugsstimmen-stärksten Kandidaten der fünf kleinsten Bezirke im Land Plätze über die Landesliste im Landtag. Die Vorzugsstimmen stehen allerdings erst gegen Montagabend fest - andererseits könnte es anhand des positiven Gesamtergebnisses eventuell wieder vier Mandate für Kleinbezirke geben.

Weitere Reaktionen, Analysen und Antworten auf die Frage, wer den Bezirk Gmünd in den nächsten fünf Jahren im Landtag vertreten darf, in der nächsten Gmünder NÖN ab 30. Jänner!

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