Erstellt am 03. Dezember 2015, 05:03

von Markus Lohninger

Linz rückt rasch näher. Linz kann bald ab Freistadt durchgehend auf Autobahn und Schnellstraße erreicht werden. Aber: Gmünd wird auf Tafeln weiter totgeschwiegen.

Aus dem 4,4 km langen Götschka-Tunnel geht es in wenigen Tagen direkt an den bereits bisherigen Autobahn-Anschluss Unterweitersdorf.  |  NOEN, Asfinag

Der Weg aus dem Mühlviertel in den Bezirk Gmünd führt weiterhin nur über Zwettl.

Das könnte man meinen, wenn man die Ende 2014 eröffnete Freistadt-Umfahrung auf der Mühlviertler Schnellstraße (S10) in Richtung Waldviertel verlassen will: Trotz massiver Proteste nach einer NÖN-Story und dem Versprechen des ÖVP-Abgeordneten Johann Hofbauer auf Besserung hat sich ein Jahr später immer noch nichts an der lückenhaften Ausschilderung geändert.

x  |  NOEN, Asfinag
Der Raum Gmünd als wichtigster Ballungsraum des oberen Waldviertels mit den meisten Einwohnern, den meisten Jobs und Tagestouristen wird nach wie vor auf etlichen Tafeln – vor allem vor der Abfahrt – totgeschwiegen. Die Asfinag hatte das damit argumentiert, dass Zwettl eher als „überregionales Ziel und größere Destination“ zähle als Gmünd (was nicht stimmt). Hofbauer hatte sich im Vorfeld, wie er damals sagte, auf Zusagen über die Ausschilderung mit Gmünd verlassen.

Warum trotz seiner Ankündigung für die Änderung auch ein Jahr später alles beim Alten ist? „Natürlich müsste der Raum Gmünd hier ausgewiesen werden, ich habe auch mehrere Interventionen in diese Richtung unternommen“, sagt Hofbauer. Aber: „Es fehlen die gesetzlichen Möglichkeiten. Dass Gmünd auf der S10 vereinzelt genannt wird, ist ein Entgegenkommen.“

Bald durchgehend auf der Autobahn nach Linz

Das Fehlen bei der Ausfahrt Grünbach ist also offenbar eine bunte Blüte der Bürokratie, weil die Ausfahrt auf die B38 Richtung Freistadt oder Zwettl führt. Die B41 beginnt in Karlstift – daher können, so Hofbauer, daran liegende Ziele wie Weitra, Gmünd oder Schrems an der S10 nicht ausgewiesen werden.

Einzige Möglichkeit sei die private Finanzierung brauner Hinweistafeln, „die kostet aber mehrere tausend Euro pro Jahr.“

Abgesehen vom „Tafel-Streit“ steigt im Bezirk Gmünd die Vorfreude: In wenigen Tagen wird die S10-Verbindung von Freistadt bis Unterweitersdorf eröffnet, Linz ist ab Freistadt dann durchgehend auf Autobahn erreichbar. Der Fertigstellung des über 700 Millionen Euro teuren Bauprojektes wird am 12. Dezember ein Fest bereitet – inklusive eines Eröffnungslaufes über Teile der Trasse mit der Nationalrats-Abgeordneten Martina Diesner-Wais und der inoffiziellen Gmünder Sportbotschafterin Alexandra Meixner.

Das Ziel dieses Jux-Bewerbes ist am unteren Ende des 4,4 Kilometer langen, relativ stark in Fahrtrichtung Linz abfallenden Götschka-Tunnels. Unter anderem 1,6 Millionen Kubikmeter Ausbruchmaterial, über 160.000 Lkw-Fuhren, wurden für den größten Einzelbau-Auftrag in der Geschichte der Asfinag aus dem Berg geschlagen.