Erstellt am 12. Mai 2016, 05:54

von Jutta Hahslinger

Nach Familienfrust in Mietshaus gezündelt. Mit Grill-Anzündewürfel wollte Waldviertlerin (38) den Lift eines Mehrparteienhauses abfackeln. Ein Brand blieb zum Glück aus.

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„Ich gebe es zu“, gesteht eine 38-jährige Waldviertlerin vor Gericht mit leiser Stimme, dass sie am 19. November vergangenen Jahres in einen provisorisch mit Holzplatten ausgekleideten Lift in einem Litschauer Wohnbau Anzündewürfel geworfen und diese dann angezündet hat. Zum Glück brach kein Großbrand aus, es wurde nur die Holzverkleidung verrußt und teilweise verkohlt.

Durch familiäre Probleme nervlich angeschlagen, habe sie nach einem telefonischen Streit zu den Grillanzündern gegriffen, und sei dann zu Bekannten in den Wohnbau marschiert: „Es tut mir leid. Es war eine blöde Idee“, beteuert die 38-Jährige den feurigen Frustabbau. Sichtlich beschämt gibt sie auch zu, den Verdacht auf zwei Buben gelenkt zu haben. Damit nicht genug, präsentierte sie sich damals bei der ermittelnden Polizei als Opfer und verwies auf eine plakative Drohung „Ziehe die Anzeige zurück oder du brennst wie der Aufzug“ an der Wand im Eingangsbereich ihrer Wohnung.

Habe mir jetzt Hilfe geholt

Die Ermittlungen ergaben schlussendlich, dass die Waldviertlerin die Drohung selbst fabriziert und falsche Aussagen getätigt hatte, um den aufkeimenden Verdacht gegen sich selbst als Zündlerin zu ersticken.

Die Waldviertlerin gibt dann noch zu, zur Erleichterung ihrer inneren Anspannung einen Altkleidersack in einem Kellerabteil in Litschau mit einer Zigarette angezündet zu haben.

Sie zeigt sich reumütig und einsichtig: „Ich habe mir jetzt Hilfe geholt, damit ich nicht wieder etwas anzünde“, beteuert sie.

Die bislang unbescholtene Waldviertlerin wird wegen Sachbeschädigung, der Vortäuschung einer Straftat und Falschaussage zu einer Bewährungsstrafe von drei Monaten verurteilt. Rechtskräftig.