Erstellt am 05. Dezember 2015, 05:03

von Thomas Weikertschläger

Löhne: Bezirk ist top. Gmünd bleibt unangefochten an Waldviertel-Spitze. Schere zwischen Männern und Frauen bleibt weiter hoch.

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Um einen weiteren Platz verbesserte sich der Bezirk Gmünd im Jahr 2014 im Ranking der jetzt präsentierten

Einkommensanalyse der NÖ Arbeiterkammer. Mit einem Medianeinkommen (die Mitte aller Einkommens-Werte) von 2.103 Euro belegte Gmünd

Rang fünf – und liegt damit klar über dem NÖ-Schnitt (2.014 Euro) und auch über dem Österreich-Schnitt (2.078 Euro).

Damit verdienen Arbeitnehmer im Bezirk brutto im Schnitt um 58 Euro mehr als 2013. Im Waldviertelvergleich lag Gmünd klar vorne und hängte „Schlusslicht“ Horn um 292 Euro ab. „Allerdings hat sich Gmünd im Vergleich am wenigsten gut entwickelt“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Michael Preissl. 2013 lag Gmünd noch 315 Euro vor Horn.

Auch was die realen Einkommenssteigerungen betrifft liegt Gmünd mit einem Plus von 1,13 Prozent hinter Horn (+2,96) und Waidhofen (+1,56). Dennoch verdienen nach wie vor sowohl männliche als auch weibliche Arbeiter und Angestellte im Bezirk Gmünd mehr als ihre Kollegen in den anderen Waldviertler Bezirken.

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„Frauen in technischen Berufen ausbilden“

Zurückzuführen ist das laut Preissl auf die Wirtschaftsstruktur mit großen Industriebetrieben (Elk, Eaton, MKE, Agrana,...) und der fehlenden Struktur für Billigjobs. Auch die Unternehmenstreue spiegle sich in der Statistik wider: „Gerade vor Weihnachten haben wir viele Mitarbeiterehrungen für langjährige Treue. Auch dass bei langer Firmenzughörigkeit das Einkommen steigt, ist ein Grund für das Analyse-Ergebnis.“

Problematisch bleibt die Gehälter-Differenz zwischen Frauen und Männern. Frauen verdienen im Bezirk im Schnitt lediglich 62,5 Prozent der Männereinkommen. Für Preissl ein Grund, typische Geschlechterbilder aufzubrechen:

„Wir müssen schauen, mehr Frauen in technische Berufe zu bekommen.“ In einigen Betrieben werde in Lehrwerkstätten auch das notwendige Angebot bereits geboten. Außerdem sei ein gutes Angebot an Kinderbetreuung notwendig, um den „Einkommens-Knick“, den Frauen nach Geburt und Karenz zu verzeichnen haben, zu verringern. „Das ist aber natürlich auch eine Frage der Finanzierbarkeit“, meint Preissl.


Einkommen im Bezirk

Frauen gesamt............1.483 Euro (+34)
Arbeiterinnen..............1.338 Euro (+31)
Angestellte.................1.689 Euro (+47)
Männer gesamt...........2.374 Euro (+58)
Arbeiter.....................2.297 Euro (+139)
Angestellte.................3.027 Euro (+91)

Zum Arbeitsmarkt

Arbeitslose Ende November 2015
(in Klammer: Vergleich 11/2014)
Insgesamt.................1.602 (+86)
Frauen.........................734 (-2)
Männer......................868 (+88)
unter 25 Jahren............187 (-21)
über 50 Jahren............536 (+27)
länger als 12 Monate..493 (+143)
Neu arbeitslos.............357 (-22)
Nicht mehr arbeitslos...240 (-22)