Erstellt am 02. Mai 2016, 08:56

von Karl Tröstl

Maibaumaufstellen: Feste für gerechte Arbeitsbedingungen. Seit nunmehr 126 Jahren werden überall im Land traditionelle Maifeiern durchgeführt und Maibäume aufgestellt. Die NÖN war unter anderem beim Aufstellen in Schrems und Hoheneich dabei.

 |  NOEN, Karl Tröstl
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelang es einer Reihe von Idealisten, für das arbeitende Volk soziale und gerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Von da an werden traditionell Maifeiern durchgeführt und man gedenkt der Kämpfer für die 8/8/8-Regelung. Das Aufstellen der Maibäume ist immer wieder Anlass zum gemütlichen Beisammensein.

„Nach 8 Stunden Arbeit folgen 8 Stunden Freizeit und 8 Stunden Schlaf!“ erklärt der Abgeordnete zum Nationalrat, Konrad Antoni, beim Maibaumaufstellen in Schrems. „Dieser Wunsch des arbeitenden Volkes konnte damals durchgesetzt werden. Das wird heute noch genauso wie damals ihm Rahmen der so genannten Maifeiern und Aufstellen eines Maibaumes gefeiert“. 



Die SPÖ Schrems lud am 30. April zum traditionellen Maibaumaufstellen auf den Hauptplatz. Die Funktionäre, an der Spitze die Stadtparteiobfrau Christa Walguni, boten den Besuchern ein schönes Fest. Zahlreiche Kinder halfen den Maibaum mit bunten Bändern zu schmücken, als Dank dafür lud sie der Bürgermeister Karl Harrer auf eigene Kosten zum Eis essen ein.

„Es ist der 30. Maibaum, wo ich beim Aufstellen mithelfe, seit 25 Jahren bin ich für die Abwicklung verantwortlich“, erzählt der Bauhofleiter Gottfried Schreiber.

Unter den zahlreichen Besuchern befand sich sogar eine Motorradgruppe aus Oberösterreich, ehe sie in Richtung Weinviertel weiter fuhre.



Auch in Hoheneich versammelten sich unzählige Personen zum Dämmerschoppen auf dem Marktplatz, wo der Verschönerungsverein zum traditionellen Maibaumaufstellen eingeladen hatte. Hier wird der knapp 30 Meter hohe Maibaum händisch von den Männern zum Marktplatz getragen und mit den „Schwoablern“ aufgestellt. Eine langwierige und vor allem kraftraubende Aufgabe, die viel Genauigkeit bedarf.

Die Gruppen aus den verschiedensten Ortsteilen werden alle sieben Jahre abwechselnd eingeladen, diese ehrenvolle Aufgabe durchzuführen. Sie erhalten gelbe Schärpen und sind, nachdem der Maibaum aufgestellt ist, zu Speis und Trank eingeladen.

„Seit 1977 wird in dieser Form die Errichtung unseres Maibaumes durchgeführt“, erklärt Josef Decker, der Obmann des Verschönerungsvereines. Die Blasmusikkapelle Hoheneich unter der Leitung von Martin Hemmer sorgt nicht nur während des Transportes des Maibaums, sondern auch danach für die nötige musikalische Umrahmung. Für das leibliche Wohl sorgte der Verschönerungsverein. Die Besucher harrten bei tollem Wetter lange aus.
 
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