Gmünd

Erstellt am 11. August 2016, 06:10

von Markus Lohninger

Neueste Technik in Gmünd. Mit neuem Alleinstellungsmerkmal zur Brustkrebs-Früherkennung: Tomosynthese-Gerät liefert nun millimeterweise Gewebeaufnahmen sofort auf den Bildschirm.

Primar Thomas Capellmann präsentierte Bezirkshauptmann Johann Böhm (links), Gesundheits-Stadtrat Michael Bierbach und Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (von rechts) die Innovation im „MR/CT Diagnosezentrum Gmünd“.  |  NOEN, Markus Lohninger

Wenn Thomas Capellmann den Bezirkshauptmann, die Bürgermeisterin und auch gleich den Gesundheits-Stadtrat ins „MR/CT Diagnosezentrum Gmünd“ einlädt, dann muss er zweifelsfrei etwas zu erzählen haben. Und das hatte Capellmann, zugleich Primar des Institutes für Radiologie am Landesklinikum Gmünd, am 4. August auch: Der voriges Jahr als Nachfolger von Christa Menner nach Gmünd gekommene Mediziner ersetzte das Mammografie-Röntgengerät zur Brustdiagnostik durch ein „Tomosynthese“-Gerät, das den Vorteil der sanfteren Untersuchung mit deutlich schärferem Bildmaterial und rascherer Befundung verbindet.

„Gmünd hat damit im Waldviertel als erster im niedergelassenen Bereich das neueste Gerät mit der neuesten Technik“, freut sich Capellmann über ein „Alleinstellungsmerkmal“. Anders als bisher begnügt sich das neue Teil nicht mit Komplett-Röntgenaufnahmen der Brust, sondern fertigt millimeterweise eigene Bilder an. Das ergibt gestochen scharfe Aufnahmen, in denen am Computer mühelos zwischen den Gewebeschichten gewechselt werden kann.

„Früher waren manche Fragestellungen wegen unklaren Feldern nicht eindeutig zu beantworten.“

Thomas Capellmann

Dadurch lassen sich vor- oder nachgelagertes Gewebe, das bei bisherigen Gesamtbildern mitunter Tumore nur vortäuschte, einfach ausklammern und einzelne Schichten gezielt freistellen. „Früher waren manche Fragestellungen wegen unklaren Feldern nicht eindeutig zu beantworten, wir mussten Kunden dann bitten, in einigen Monaten wieder zu kommen“, sagt Capellmann. Die Strahlendosis sei nun trotz der Bilderserien nicht höher.

Bis zu 2.000 Screenings pro Jahr ohne Verdacht

Das neue Gerät hat einen Listenpreis von 170.000 Euro, bringt für Kunden aber keine zusätzliche finanzielle Belastung. Dafür bringt es kürzere Wartezeiten für die von zwei Radiologen vorzunehmende Brustkrebs-Befundung: Bilder gelangen aus dem volldigitalisierten Apparat direkt zum Computer und damit zeitgleich auch auf den Bildschirm im Partnerinstitut in Horn, was Austausch und Beratung wesentlich erleichtert und beschleunigt.

Auf Kasseneinladung lassen in Gmünd alljährlich zwischen 1.500 und 2.000 Personen, bei denen keine Verdachtsmomente vorliegen, Mammografie-Screenings zur potenziellen Brustkrebs-Früherkennung vornehmen. Weniger als ein Prozent der Untersuchungen fördert ein „Mammakarzinom“ zutage – jede einzelne davon kann aber Leben retten.