Erstellt am 26. September 2015, 04:32

von Johannes Bode

Migranten um 1800. Der "Salon Ditta" besuchte Hirschbach: Dabei sangen "Die Wandervögel" alte jüdische Lieder über die Ausgewanderten.

„Die Wandervögel“ – Raphael Widmann, Bryan Benner und David Stellner – spielten beim „Salon Ditta“ im Schlosshofkeller in Hirschbach.  |  NOEN, J. Bode

Auch in seiner dritten Saison kann man mit dem "Salon Ditta" ganze Sonntagnachmittage verbringen: In Hirschbach gab es am 20. September im Schlosshofkeller nicht nur zwei Konzerte – „Die Wandervögel“ und „Serafyn“ – zu hören, sondern auch einen Kurzfilm zu sehen: Nämlich den Rückblick „Salon Ditta Saison 2013/14“.

„Die Wandervögel“ sind viel unterwegs

Natürlich sind „Die Wandervögel“ derzeit viel unterwegs und spielen auch mal ein Straßenkonzert, bevor man sesshaft zu werden droht. Die beiden umtriebigen Waldviertler Musiker David Stellner und Raphael Widmann haben sich mit Bryan Benner, der aus Florida kommt und derzeit in Wien studiert, zusammengetan, um Lieder aus dem 19. Jahrhundert zu spielen: Darunter finden sich österreichische Volkslieder mit witzigen Texten genauso wie tieftraurige, aber lebensfrohe jüdische Lieder.

Das mündlich überlieferte „Di grine Kusine“ (die grüne, also unerfahrene Kusine), erzählt davon, wie die hohen Erwartungen der Emigranten in der USA enttäuscht wurden –und wie sie durch die harte Arbeit zugrunde gerichtet wurden. In Liedern wie „Papst und Sultan“ geht‘s dann eher unbeschwert um „Wein, Weib und Gesang“. Jedenfalls singen alle drei Musiker, und auch das macht einen Teil des stimmungsvollen Auftritts aus. Vor allem Violinist Widmann konnte mit seinen Gesangskünsten überzeugen.

Der Sound der Schweizer Folk/Pop-Band „Serafyn“ passte perfekt zum „Salon Ditta“. Lieder zum Versinken mit einer Stimme, die dennoch ein bisschen Spannung verspricht: Eine wärmend-wohlige Vorbereitung für den Winter.