Erstellt am 02. März 2016, 05:04

von Markus Lohninger

Nach Asma-Brand: Auch Konkurrenz hilft. Kunststoff-Spezialist Asma arbeitet mit Hochdruck an Wieder-Herstellung seiner vollen Produktionsstärke. Aufmunterung kommt aus allen Richtungen.

 |  NOEN, Karl Tröstl
Überwältigt vom Zuspruch und von Aufmunterungen aus allen Richtungen ist die Führung des Weitraer Kunststofftechnik-Betriebes Asma eine Woche nach dem verheerenden Brand, den alle Mitarbeiter unversehrt überstanden hatten: Selbst Mitbewerber aus Österreich und Deutschland bieten ihre Unterstützung an, wie Geschäftsführer Thomas Brandeis gegenüber der NÖN sagt.

Der Konkurrenzgedanke sei in der Branche wenig ausgeprägt, erklärt Brandeis: „Es gibt immer wieder auch Kooperationen zwischen den Betrieben.“ Auch Kunden reagierten verständnisvoll. Dennoch: Asma hatte vor dem Feuer eine hervorragende Auftragslage, die freien Kapazitäten fehlen daher nun. Gearbeitet wird derzeit in der Ersatzfertigung am ersten Firmensitz in Wultschau und in Weitra auch nachts, selbst am Wochenende herrschte reger Betrieb. Sobald das Wetter es zulässt, soll in Weitra auch in einem Ausweichzelt gearbeitet werden.

„Hut ab vor den Feuerwehrleuten, die
in der Halle gearbeitet haben. Sie
haben körperlich Extremes geleistet.“
Thomas Brandeis,
Geschäftsführer Asma GmbH

Neben der Reinigung (durch eine eigene Firma) und den Aufräumarbeiten werden Schritt für Schritt die Bestände gesichtet und dokumentiert sowie Ersatzteile organisiert. „Die ganze Mannschaft packt mit vollem Einsatz mit an, das Brandereignis hat die Mitarbeiter irrsinnig zusammengeschweißt“, sieht Thomas Brandeis das Positive an der aktuellen Situation. „Wir gehen aber alle an unsere Leistungsgrenzen.“

Der Maschinenpark wurde um eine zweistellige Zahl an Anlagen dezimiert, eine Unmenge an Zubehör wurde ein Raub der Flammen, der betroffene Hallenteil muss von Grund auf saniert werden. Auch wenn die Halle statisch noch in Ordnung ist, wurden Böden, Decke, Wände und Trennwende in dem etwa 700 Grad heißen Feuer schwer in Mitleidenschaft gezogen. „Hut ab vor den Feuerwehrleuten, die darin gearbeitet haben. Sie haben körperlich Extremes geleistet“, zollt Brandeis den 108 Kameraden aus zehn Wehren Anerkennung.

Schaden übersteigt die 3-Millionen-Euro-Grenze

In einer umfassenden Kalkulation wurde vorigen Freitag ein Schaden von mehr als drei Millionen Euro ermittelt. Dieser ist großteils durch die Versicherung gedeckt. Angedacht ist allerdings, dass die Firma Asma bei der Gelegenheit den betroffenen Maschinenpark nicht nur ersetzt, sondern auch gleich mit technischen Verbesserungen ausstattet – die sie dann selbst finanzieren müsste.

In ein bis zwei Monaten soll der Vollbetrieb wieder erreicht werden. Um aktuell vorwärts zu kommen, wurden aussortierte alte Maschinen reaktiviert sowie Maschinen von Standorten in Polen und Tschechien zurück geholt. Asma kommt zudem zugute, dass Lieferanten gerade zwei praktisch betriebsfertige Neumaschinen zu vergeben haben – da die Abnehmer von ihren Käufen zurücktraten. Die Anlagen müssen auf die Bedürfnisse von Asma umgerüstet werden, die Waldviertler ersparen sich aber die lange Wartezeit des Produktionsprozesses.

Kunststoff-Spezialist Asma, der 1980 in Wultschau gegründet wurde und 1998 mit damals 40 Mitarbeitern ins ehemalige „Respo“-Gebäude nach Weitra übersiedelte, erzeugt heute an mehreren Standorten in Europa über 10.000 verschiedene Produkte pro Jahr. Alleine die Zentrale in Weitra ist mit 120 Beschäftigten der wichtigste Arbeitgeber der Stadtgemeinde.