Erstellt am 11. Mai 2016, 06:14

von Thomas Weikertschläger

Nach Crash wieder Bäume gepflanzt: Keine Lehre gezogen?. Zwischen Heidenreichstein und Eisgarn wurden an B5, wo im März 20-Jähriger verunglückte, neue Bäume gepflanzt.

 |  NOEN, Symbolbild ADAC

Für Aufregung sorgt die Pflanzung von zehn Bäumen entlang der B5 zwischen Eisgarn und Heidenreichstein in der Vorwoche – just an jener Stelle, an der im März ein 20-jähriger Grundwehrdiener aus Reitzenschlag tödlich verunglückt ist, nachdem ein Wagen, in dem er als Beifahrer saß, gegen einen Baum geprallt war. „Warum zieht man aus tragischen Unfällen keine Lehren?“, richtete ein NÖN-Leser eine Frage an die politischen Vertreter des Waldviertels.

Dass sie keine Freude mit der Pflanzung habe, erklärt VP-Landtagsabgeordnete Margit Göll: „Ich bin kein großer Freund von Bäumen neben der Straße.“ Auch aus straßentechnischer Sicht sei die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen – Bäume direkt neben der Fahrbahn würden mit ihren Wurzeln regelmäßig für Schäden an den Fahrbahnen sorgen.

Auflage zur Nachpflanzung kam von Forstverwaltung

Gesetzt wurden die Bäume von der Straßenmeisterei Schrems. Deren Leiter Helmut Rausch erklärt, dass vor einigen Jahren hier schadhafte Bäume umgeschnitten werden mussten. Damals habe die Straßenmeisterei von der Forstverwaltung die Rodungsgenehmigung mit der Auflage erhalten, wieder neue Bäume zu pflanzen, damit der Allee-Charakter der Straße erhalten bleibe.

Den Ärger über die Pflanzung versteht Bezirkshauptmann Johann Böhm nicht: „Vor zwei Jahren gab es große Aufregung, weil die Bäume gefällt wurden. Jetzt gibt es Aufregung, weil sie wieder gepflanzt werden.“ Die Bäume seien naturdenkmalgeschützt gewesen, daher seien Nachpflanzungen erforderlich, um „das örtliche Bild wieder herzustellen“. Bezogen auf den tragischen Unfall des jungen Mannes müsse man hinterfragen, wie der Unfall zustande gekommen sei. Wenn man die kurvige Strecke kenne, wisse man, wie das Fahrverhalten zu wählen sei, so Böhm.