Erstellt am 28. Januar 2016, 06:13

von Markus Lohninger

Mit dem Feuer abschließen. Nach dem Großbrand / „Alles neu“ heißt es in Griesbach, wo Ende Jänner 2014 mehr Feuerwehrleute als Dorfbewohner unterwegs waren: Sägewerk Wiesmüller wurde neu gebaut.

Innerhalb von eineinhalb Jahren hat Günter Wiesmüller nach einem Großbrand ein neues Sägewerk aus dem Boden gestampft.  |  NOEN, Markus Lohninger

Fast genau zwei Jahre ist es her, dass im 110-Seelen-Dorf Griesbach (Gemeinde Haugschlag) 120 Feuerwehr-Leute bei windigen -5 Grad Celsius gegen die Flammen kämpften. Vergeblich: Österreichs nördlichstes Sägewerk brannte am 31. Jänner 2014 vermutlich infolge eines Kurzschlusses nieder. Die Maschinen waren zu Schrott verbogen, stehen gebliebene Betonmauern zerbröselten beim Abbruch wie Sandburgen. Die oberen zwei Zentimeter des Fußbodens brannten unter der extremen Hitze ab. „Alles, wofür ich mein ganzes Leben lang gearbeitet hatte, hatte sich mit einem Schlag in Schutt und Asche aufgelöst“, sagt Eigentümer Günter Wiesmüller heute.

In den nächsten Wochen wird er mit dem Feuer-Trauma abschließen können. Zwei Jahre hat es gedauert, um vom Grundfundament auf ein neues Sägewerk zu errichten, für das nun das Behördenverfahren läuft. Wiesmüller: „Die ersten beiden Monate waren eine kritische Zeit, da ist ohne Pulverl nichts gegangen.“ Das Versicherungs-Verfahren habe sich ein halbes Jahr hinausgezogen und so den Abbruch der Ruinen verzögert, Wiesmüller war zur Untätigkeit gezwungen. Erst im Herbst 2014 ging es mit dem Neubau los. Wiesmüller: „Seither war ich jeden Tag auf der Baustelle, hatte einen normalen Arbeitsalltag – nur halt, ohne zu verdienen.“

Neubau schluckte mehr als eine Million Euro

Das neue Werk ist etwas breiter und länger als das alte, hat jetzt zudem eine Bretter- und Rundholz-Sortierung. Das Areal beinhaltet unter anderem auch einen Sägespäne- und zwei Hackschnitzel-Bunker, ein eigenes Stromaggregat und einen Schärfraum. Das Investitions-Volumen beläuft sich trotz hoher Eigenleistungen auf über eine Million Euro, gut drei Viertel davon sind nach Auskunft von Günter Wiesmüller durch die Versicherung gedeckt.

Jetzt freut er sich darauf, wenn er aus dem Probeschneiden in den Vollbetrieb gehen darf. Stammkunden – darunter vor allem Zimmerer – haben ihm versichert, dann wieder auf seine Dienste zurückgreifen zu wollen. Das Privatkunden-Geschäft muss er neu aufbauen.

Wiesmüller blickt auf eine lange Holzverarbeitungs-Tradition zurück. Mitten in Griesbach hatte bereits sein Urgroßvater eine Säge (und einst auch Mühle) betrieben, die danach Zug um Zug erweitert wurde, bis der geplante Ausbau 1994 zu lärmintensiv für den Ort wurde. Also kam bis 1996 der Neubau am heutigen Standort überm Ort. Jetzt naht die zweite Eröffnung.