Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:33

von Thomas Weikertschläger

Ist Verein die Lösung?. In Amaliendorf sollen Bürger selbst mit einem Verein die Rolle des Nahversorgers übernehmen.

Geht es nach Amaliendorfs Bürgermeister Gerald Schindl, könnte die Nahversorgung in Amaliendorf nach dem Aus für die Pilz-Filiale von einem privaten Verein übernommen werden.  |  NOEN, Bernd Dangl

Mit der kurz vor Weihnachten am Landesgericht Krems angemeldeten Insolvenz der „Ignaz Pilz‘ Söhne GmbH“ (die NÖN berichtete) erlitt die ohnehin angeschlagene Situation der Nahversorgung im Bezirk Gmünd einen weiteren Dämpfer. Während der Betrieb am Standort des Hauptsitzes in Gmünd nicht gefährdet sein dürfte, droht nach der bereits angekündigten Schließung mit Jahresende der Filiale in Alt-Nagelberg (die NÖN berichtete) auch das Aus für zwei weitere Filialen im Bezirk.

Die Gemeinde Amaliendorf-Aalfang hat ihre Bürger bereits informiert, dass das „Nahversorgungsgeschäft in naher Zukunft schließen“ werde. Bürgermeister Gerald Schindl betont, die Nahversorgung in der Gemeinde unbedingt aufrecht erhalten zu wollen. Schon im November, als es Gespräche mit der Firma Pilz über den Verbleib in Amaliendorf gab, fasste der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Aufrechterhaltung der Nahversorgung. Nun fasst Schindl zwei Möglichkeiten ins Auge. Neben der Geschäftsführung durch einen selbstständigen Kaufmann schlägt er eine Lösung vor, wie sie in anderen Gemeinden (etwa Bärenkopf oder Gutenbrunn) gibt. Schindl: „Dort haben Bewohner Vereine mit den entsprechenden Vereinsorganen gegründet, die die Nahversorgung führen.“

Dadurch habe sich ein ,Wir-Gefühl‘ entwickelt, das für eine gesunde Geschäftsbasis sorge. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen werde dadurch auch „positive Aufbruchsstimmung und ein Zusammenrücken der Bevölkerung“ erzielt. Zur Geschäftsgründung strebt er eine Bausteinaktion an, bei der Bausteine zu je 100 Euro ausgegeben werden, die im Lauf von drei bis fünf Jahren je nach Geschäftsentwicklung eingelöst werden könnten. Zur Erhebung des Interesses am Projekt wurde für 4. Jänner bereits eine Info-Veranstaltung im Gemeindeamt angesetzt.

Harbach: Göll hofft auf Verbleib von Pilz

In Moorbad Harbach, wo die Pilz-Filiale erst im Februar als Nachfolger des Lebensmittelgeschäfts von Herbert Krenn eröffnet wurde, hofft Bürgermeisterin Margit Göll indes noch auf einen Weiterbetrieb durch die Firma Pilz: „Das wäre dem Unternehmen zu wünschen“, so die Ortschefin. Eine gewisse Verunsicherung sei in der Bevölkerung schon zu spüren, „weil es erst vor knapp einem Jahr eine Veränderung bei der Nahversorgung gab.“

Über Alternativen zur Firma Pilz will Göll noch nicht mutmaßen: „Der Verbleib der Firma Pilz ist meine erste Variante, klappt das nicht, müssen wir Überlegungen anstellen.“