Erstellt am 23. Mai 2016, 13:05

von Karl Tröstl

Nach über 70 Jahren wieder Glockenklang. Nach wetterbedingter Verschiebung wurde am 22. Mai im Beisein zahlreicher Besucher aus Tschechien und Österreich die Glockenweihe vorgenommen.

 |  NOEN, Karl Tröstl
In der Bucherser Kirche von Buchers (Pohorí na Šumave) waren bis zum Ersten Weltkrieg Glocken im Turm installiert. Diese wurden für Kriegszwecke abmontiert. Die 1927 geweihte neue Glocke wurde 1942 ebenfalls für Kriegszwecke abgebaut. Die kleine „Wandlungsglocke“ dürfte in der Folge in den Kriegswirren verschwunden sein.

Jetzt konnte der Bucherser Heimatverein einen Betrag von etwa 11.000 Euro aufbringen, um eine neue, 40 kg schwere Sterbe- und Wandlungsglocke aus Glockenbronze mit 40 cm Durchmesser anfertigen zu lassen. Zur Segnung am 22. Mai fanden sich unzählige Besucher auch Tschechien und Österreich ein. Die örtliche Feuerwehr war vertreten, genauso der Goldhaubenverein aus Sandl, der Kameradschaftsbund und einige Musikgruppen von hüben wie drüben.



Zwei Männer des Kameradschaftsbundes Sandl zogen, nach alter Tradition, den Leiterwagen mit der Glocke zur Kirche. Der Obmann des Bucherser Heimatvereins, Erich Altmann begrüßte den Bürgermeister aus der Nachbargemeinde Sandl, Alois Pils, sowie die Bürgermeisterin aus Benesov, Veronika Zemanova. Des Weiteren bedankte er sich bei Günter Sulzbacher, der den Glockenstuhl aus Stahl angefertigt hatte, und bei der Fa. Stahlbau Brunner aus Weitra für die Materialspende. Dankesworte bekam auch der Glockenpate, Bohumil Koutnik.

Danach zelebrierte Generalvikar David Heinzl gemeinsam mit Pater Pavel Schimek aus Kaplice und Diakon Roland Senk die Messe und nahm die Glockenweihe vor.  Die Glocke wurde noch während des Gottesdienstes in den Glockenturm hochgezogen. Hier wird sie ab nun mit einem elektrischen Antrieb mehrmals am Tag wieder Glockenklang über das einst verfallene Örtchen an der österreichisch-tschechischen Grenze verbreiten.
Im Anschluss wurde auch das Pfarrkaffee im Refektorium gesegnet.