Erstellt am 01. April 2016, 09:24

von Karin Pollak

Pavlicek macht dicht. Weitraer Stadtplatz verliert vorletztes Wirtshaus. Gasthaus zu den Kuenringern schließt im Juni seine Pforten.

Erich Pavlicek und seine Mitarbeiterin Renate Haslinger schauen trotz Schließung des »Gasthauses zu den Kuenringern« positiv in die Zukunft. Foto: Karin Pollak  |  NOEN, Karin Pollak

Am Rathausplatz wird es ab Mitte Juni mit dem Brauhotel nur mehr ein Gasthaus geben. Nach der Schließung des Gasthauses Walter Waschka Ende des Vorjahres macht jetzt auch Erich Pavlicek das „Gasthaus zu den Kuenringern“ mit 18. Juni dicht.

„Wirte-Sein hat keine Zukunft mehr“

„Die Entscheidung ist wirklich kurzfristig gefallen. Das Wirte-Sein hat einfach keine Zukunft mehr“, erklärt Erich Pavlicek seinen Entschluss gegenüber der NÖN.

16 Jahre lang war Erich Pavlicek ein Wirt aus vollster Überzeugung und machte aus dem „Gasthaus zu den Kuenringern“ ein beliebtes und bekanntes Gasthaus, das sich durch das familiäre Flair und die hervorragenden Gerichte zu einem Stammlokal vieler gemacht hat.

„Die Behörden wollen mit der Brechstange die kleinen Gewerbetreibenden umbringen. Da ist die Einführung der Registrierkassenpflicht das geringste Übel“, erläutert Pavlicek seine Beweggründe zur Schließung seines Gasthauses. Er hat das Gastronomiegewerbe von der Pike auf gelernt und nach zahlreichen Stationen in renommierten Häusern in ganz Österreich in Weitra den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Gerücht: Kein neuer Waschka-Pächter

„Ich gehe jetzt wieder aus der Selbstständigkeit raus. Dann habe ich meine fünf Wochen Urlaub, ein fixes Gehalt und vor allem keinen Druck von den Behörden“, schaut der engagierte Wirt positiv in die Zukunft. Seine sechs Mitarbeiter verstehen die Entscheidung ihres Chefs, die eine große psychische Belastung von seinen Schultern nimmt.

Dass Weitras Gastronomiebetriebe durch seinen Entschluss immer weniger werden, ist Erich Pavlicek bewusst. „Walter Waschka hat völlig recht gehabt, dass er in Pension geht. Durch die vielen Auflagen bin ich jetzt so weit, dass ich nicht mehr will und kann“, so der 44-Jährige, der sich über seine berufliche Zukunft keine Sorgen macht: „Ich bin mir sicher, dass ich etwas Passendes finden werde.“

Übrigens: Auch wenn Gerüchte dazu in Weitra seit Wochen die Runde machen – einen neuen Pächter für das Gasthaus Waschka gibt es zumindest noch nicht. Das betonen alle damit in Verbindung gebrachten Akteure auf NÖN-Nachfrage.