Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:03

von Markus Lohninger

Protest gegen Flüchtlings-Unterbringung in Sportpension. Resolution gegen Flüchtlings-Unterbringung in der Sportpension Hoheneich. Markus Josl: „Angebot derzeit kein Thema.“

Anni Laister und Karl Josl - flankiert von Alexander und Markus Josl - bei der Übergabe des Hoheneicher Tennis-Areals. Bereits im April soll der Betrieb mit neuen Betreibern losgehen, geplant ist eine kleine Übergabefeier mit den drei bisherigen Eigentümer-Parteien.  |  NOEN, Markus Lohninger
Wirbel in der 1400- Seelen-Gemeinde Hoheneich: In einer Sondersitzung sprach sich am 30. November fast der ganze Gemeinderat gegen die Unterbringung von bis zu 28 Asylwerbern in der Sportpension aus (eine Stimmenthaltung).

Im Gasthaus Schmutz als Herberge von bis zu 46 Asylwerbern habe man elf Jahre lang „äußerst schlechte Erfahrungen“ gemacht. Aufgrund einer Information der Landesregierung über eine neuerliche beabsichtigte Einquartierung von Asylwerbern fasste der Gemeinderat eine Resolution, die an Innenministerin Mikl-Leitner, Landeshauptmann Pröll, die Landesräte Sobotka und Androsch und den zuständigen Landesbeamten Peter Anerinhof ging.

Darin wird entschieden gegen ein Massenquartier protestiert: Der Ortsfrieden sei damals durch Schlägereien, sexuelle Belästigungen, Diebstähle oder Verschmutzungen massiv gestört worden. Inzwischen wurde das Quartier wegen untragbarer Zustände geräumt, das Haus wird derzeit abgebrochen.

Kein Widerstand gegen einzelne Familien

„Sehr wohl sind wir einverstanden, wenn Familien in überschaubaren Privat-Unterkünften untergebracht werden. Dafür setzen wir uns auch ein“, spricht Bürgermeister Roland Wallner (ÖVP) für den Gemeinderat. An sich habe die Gemeinde ihre Schuldigkeit aber schon lange vor dem aktuellen Ansturm getan, zudem erfülle der Bezirk Gmünd jetzt schon die Quote.

Markus Josl, Geschäftsführer der Sportpension mit Spielewelt und Paintball-Arena, schließt die Unterbringung von Asylwerbern nicht aus. „Mitwirken würde ich daran jedoch nicht“, sagt er kryptisch. Er habe nach Vermittlung durch eine Dame „aus einer kirchennahen Einrichtung“ ein Angebot erhalten, konkretes Thema sei es aber für ihn nicht.

Generell spricht Markus Josl von einer „Schmutzkübel-Kampagne. Ich hätte von der Wohlfahrtsgemeinde Hoheneich etwas anderes erwartet – und hätte den Mut der Gemeindeführung erwartet, mich vor einer Resolution direkt anzureden.“

Das Quartier wurde vom Land geprüft und für gut befunden, sagt der Sprecher von Asyl-Landesrat Maurice Androsch (SPÖ), Anton Heinzl: „Es ist aber absolut offen, wer Betreiber sein würde.“ Wird diese Frage geklärt, so könnte Androsch der Gemeinde laut Vereinbarung der VP/SP-Gemeindevertreterverbände 28 Asylwerber zuteilen (2-%-Quote) – eine Bezirksquote gibt es nicht.

„Natürlich würde aber der Dialog mit der Gemeindeführung gesucht werden, es braucht die Zusammenarbeit“, sagt Heinzl: „Aber wenn jede Gemeinde eine Resolution verabschiedet, dann werden irgendwann Leute auf der Straße schlafen müssen…“